Archiv der Kategorie: Berlinale 2010

Eröffnungs- und Abschlussfilme der Berlinale 2010

Zum Auftakt der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin am 11. Februar 2010 wird der chinesische Wettbewerbsfilm Tuan Yuan (Apart Together) seine Weltpremiere im Berlinale Palast feiern.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick wird gemeinsam mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und dem Jury-Präsidenten Werner Herzog das Festival eröffnen. Im Jubiläumsjahr wird die Eröffnungsgala von Anke Engelke moderiert.

Tuan Yuan (Apart Together) ist der jüngste Film von Wang Quan’an, einem der bedeutendsten chinesischen Autorenfilmer der jüngeren Generation. 2007 war er bereits mit Tuyas Hochzeit im Berlinale-Wettbewerb und wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Tuan Yuan erzählt die Geschichte einer großen Liebe und schildert zugleich die Tragödie der Teilung eines Landes. Jahrzehntelang hat der ehemalige Soldat Liu Yansheng, der 1949 vor den Truppen Mao Tse Tungs aus Schanghai nach Taiwan geflohen ist, die Liebe seines Lebens nicht mehr gesehen. Beim Wiedersehen der beiden flammen die alten Gefühle auf. Die Hauptrollen spielen Lu Yan, Ling Feng, Xu Cai Gen und Mo Xiaoqi. Tuan Yuan wird nach der Weltpremiere im Wettbewerb im Programm des Kulinarischen Kinos am 17. Februar 2010 wiederholt.

Nach der feierlichen Preisverleihung der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin am 20. Februar wird als offizieller Abschlussfilm Otouto (About Her Brother) von Yoji Yamada (Kabei) gezeigt. Das jüngste Werk des 79-jährigen japanischen Meisterregisseurs, der bereits sechs Mal bei der Berlinale zu Gast war, wird außer Konkurrenz präsentiert.

Berlinale: Programm der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“

Mit insgesamt 14 Filmen ist das Programm der Perspektive Deutsches Kino nun vollständig. Zu den sechs bereits gemeldeten Filmen kommen acht weitere Arbeiten dazu, die erneut den Themen- und Formenreichtum des jüngsten deutschen Films präsentieren.

Da denkt man, man tut einem Kumpel aus dem Knast einen einfachen, familiären Gefallen – und holt sich prompt eine blutige Nase. Der Film Lebendkontrolle von Florian Schewe (Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam-Babelsberg) setzt das Thema für ein Programm mit mittellangen Arbeiten aus drei deutschen Filmhochschulen, die sich im weiteren und doch eigentlichen engen Sinne mit gesellschaftlicher und persönlicher Verantwortung beschäftigen. Und damit, wie diese manchmal gar nicht mehr zu bewältigen ist. Die Narben im Beton werden in dem Film von Juliane Engelmann (Kunsthochschule für Medien, Köln) auf schmerzliche Weise sichtbar gemacht. Es geht um eine junge Mutter in der Mitte des immer größer werdenden Randes, die ihre Kinder mit Liebe allein nicht mehr schützen zu können scheint. Jessi ist schon alt genug, sich selbst zu schützen, obwohl sie noch viel zu jung dazu ist. Ihre familiäre Situation lässt ihr aber keine andere Wahl. Der gleichnamige Film von Mariejosephin Schneider (Deutsche Film- und Fernsehakademie, Berlin) schließt ein Programm ab, dessen Beiträge Schmerzgrenzen überschreiten.

In der Boulevardpresse und der privatrechtlichen Fußballberichterstattung sind die Spielerfrauen mittlerweile unverzichtbar. Im inoffiziellen Sportlerjargon heißen sie nüchtern WAGs (Wives and Girlfriends). In dem Film gleichen Titels von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf (HFF, Potsdam-Babelsberg) bekommen sie zu ihren üblicherweise gerne gezeigten Gesichtern auch noch Geschichten. Geschichten, von denen ihre Altersgenossinnen nicht einmal etwas ahnen, z.B. wenn sie als Haushaltshilfe aus Polen in einer ziemlich schwäbischen Gastfamilie arbeiten. Anna Hoffmann (Filmakademie Baden-Württemberg) erzählt in Die Haushaltshifle vom Alltag, den Problemen und Sehnsüchten einer jungen Frau weit weg von ihren Wurzeln und ihrer Familie.

Bei diesem Film ist nur der Titel nüchtern: Die Kölner Filmemacherin Carolin Schmitz nennt ihren Dokumentarfilm Porträts deutscher Alkoholiker und liefert genau das. Aber auf eine überraschende, diskrete und dabei sehr spannende Weise.

Hannah Schweier hat vor drei Jahren mit ihrem mittellangen Spielfilm Aufrecht stehen im Programm der Perspektive Deutsches Kino ihr Talent für konsequentes Erzählen offenbart. Mit ihrer ersten abendfüllenden Arbeit Cindy liebt mich nicht unterstreicht sie ihre erzählerische Kondition. Weil zwei Männer nicht nur dieselbe Frau lieben, sondern beide sie auch nicht wirklich kennen, müssen sie sich zusammentun, um sie zu suchen, als sie beiden zu entschwinden droht. Ein Roadmovie der Gefühle mit Clemens Schick und Peter Weiss.

Zum Abschluss des Programms begrüßt die Perspektive Deutsches Kino übrigens einen Gast, der bereits am ersten Abend der ersten Ausgabe der Sektion mit seiner Produktion 99 Euro Films dabei war. Am Publikumstag läuft der neue Spielfilm des Berliner Regisseurs RP Kahl: Bedways erzählt nicht nur vom Filmemachen in Berlin. Der Film erzählt auch davon, wie Filmemacher in Berlin sein können.

Filme Perspektive Deutsches Kino 2010:

Alle meine Väter von Jan Raiber (Dokumentarfilm)

The Boy who wouldn’t kill von Linus de Paoli

Cindy liebt mich nicht von Hannah Schweier

Frauenzimmer von Saara Aila Waasner (Dokumentarfilm)

Glebs Film von Christian Hornung (Dokumentarfilm)

Die Haushaltshilfe von Anna Hoffmann (Dokumentarfilm)

Hollywood Drama von Sergej Moya

Jessi von Mariejosephin Schneider

Lebendkontrolle von Florian Schewe

Narben im Beton von Juliane Engelmann

Portraits deutscher Alkoholiker von Carolin Schmitz (Dokumentarfilm)

Renn, wenn du kannst von Dietrich Brüggemann

WAGs von Joachim Dollhopf und Evi Goldbrunner

Bedways von RP Kahl

Berlinale: Das Kulinarische Kino

"In The Food For Love“ lautet das Motto des 4. Kulinarischen Kinos der Berlinale, das vom 14. bis 19. Februar 2010 stattfindet. Elf Filme über die Beziehung des Essens zur Liebe, Natur und Umwelt laufen im Kino des Martin-Gropius-Baus. Nach den Filmen des Hauptprogramms um 19:30 Uhr servieren die Sterneköche Thomas Kammeier, Michael Kempf, Lea Linster, Christian Lohse und Tim Raue im Spiegelzeltrestaurant „Gropius Mirror“ jeweils ein Menü, das von den Filmen inspiriert ist.

„Das Konzept der Reihe hat sich bewährt“, sagt Dieter Kosslick, „wir zeigen Filme, die Appetit machen, und kochen dazu. Wir zeigen aber auch Filme, die den Appetit verderben, Filme, die die Augen öffnen für die katastrophale Lage der Ernährung in der Welt.“

Zum Auftakt des Kulinarischen Kinos präsentiert Tilda Swinton, die 2009 Jury-Präsidentin der Berlinale war, gemeinsam mit Regisseur Luca Guadagnino den Film Io Sono L’Amore (Ich bin die Liebe). „Food for Love“, das heißt, Lebensmittel, die zum Liebesmittel taugen, spielen in dem Melodram eine entscheidende Rolle. Christian Lohse bereitet zum Film eine „russisch-italienische Liebeserklärung“ zu, denn Tilda Swinton spielt eine Russin, die in eine reiche Mailänder Familie eingeheiratet hat.

Der iranische Filmemacher Mohammad Shirvani schaut in Dastoor -e Ashpazi (Iranisches Kochbuch) sechs Hausfrauen in die Töpfe, in denen das Essen für das Ende eines Ramadantages kocht und stellt sich damit der Frage: Ist Kochen Liebe oder Pflicht? Für Thomas Kammeier ist es die Inspiration, ein „Frommes Lamm“ zu schmoren.

Die renommierten Dokumentarfilmer Chris Hegedus und D. A. Pennebaker beobachten in Kings of Pastry einen Wettbewerb von Patissiers. Zweifellos ist die Zubereitung der fragilen Zuckerwerke eine Kunst, die wortlos ausdrückt, dass die Liebe süß ist. Die Luxemburger Köchin Lea Linster präsentiert dazu eine Entenpastete.

The Botany of Desire (Botanik der Begierde) nach dem gleichnamigen Bestseller von Michael Pollan (Food, Inc.) zeigt, dass auch Pflanzen lieben können. Im Film werden die gewitzten Strategien der Pflanzen enthüllt, sich mit Hilfe menschlicher Leidenschaften zu vermehren. Die Dokumentation läuft zum 20-jährigen Jubiläum der Slow Food Bewegung. Michael Kempf schmort dazu eine Mecklenburger Bisonbacke.

Soziale und ökologische Themen stehen in vier Spätvorstellungen (22 Uhr) im Mittelpunkt. In Collapse von Chris Smith entwickelt der ehemalige CIA Agent Michael Ruppert mit sarkastischem Humor Visionen einer Welt ohne Erdöl. BANANAS!* gibt Einblick in die skrupellose Produktion der Südfrucht durch einen großen US Konzern. Hannes Jaenicke präsentiert seine Dokumentation Im Einsatz für Haie und diskutiert mit dem Publikum, wie die Biodiversität erhalten werden kann. Ein Klassiker des indischen Kinos ist Manthan (Das Buttern), in dem der Aufbau einer Molkerei-Kooperative geschildert wird. Der Film wurde 1976 von 500.000 Bauern finanziert. In der fünften Spätvorstellung Ki-Chin (The Naked Kitchen) der Koreanerin HONG Ji-young geht es wieder um die Liebe, diesmal zu dritt, und ein neues Restaurant.

Beim „Young Culinary Cinema“ am 19.2. um 9:30 Uhr morgens wird das Thema Food und Ökologie mit Jugendlichen der Berliner Nelson-Mandela-Schule diskutiert. Der Film The Rainbow Warriors Of Waiheke Island dokumentiert die Fahrten und die Versenkung des ersten Greenpeace-Schiffes. Für das Essen sorgen Interconti Küchenchef Alf Wagenzink und Wam Kat. Wam Kat kocht seit vielen Jahren auf großen Demonstrationen und gehörte auch zur Besatzung der Rainbow Warrior.

An mehreren Nachmittagen werden Themen des Kulinarischen Kinos vertieft. Beim „Fruchtsalat“ am 16.2. spricht Fredrik Gertten, der Regisseur von BANANAS!* über seine Erfahrungen mit Fruit Companies und über Alternativen und Fair Trade. Aktuelle „Books to Cook“ werden am 17.2. von zwei Berliner Autorinnen vorgestellt. Susanne Kippenberger liest aus „Am Tisch“ und Zhang Yu aus „Buddha sprang über die Mauer“, einem Buch über die chinesische Küche. Auch hier gilt die Grundregel des Kochens, sagt der Leiter des Kulinarischen Kinos, Thomas Struck: „Love for Food ist die wichtigste Zutat, um Food for Love zu servieren.“

Der Kartenvorverkauf beginnt bereits am 18.1.2010 online über www.berlinale.de sowie bei allen Berliner Theaterkassen.

Weitere Informationen unter: www.berlinale.de

Filme im Kulinarischen Kino 2010

BANANAS!* Schweden

Dokumentarfilm von Fredrik Gertten

Collapse USA

Dokumentarfilm von Chris Smith

Dastoor –e Ashpazi (Iranisches Kochbuch) Iran

Dokumentarfilm von Mohammad Shirvani

Weltpremiere

Im Einsatz für Haie Deutschland

Dokumentarfilm von Judith Adlhoch und Eva Gfirtner

Mit Hannes Jaenicke

Io Sono L’Amore (Ich bin die Liebe) Italien
Von Luca Guadagnino

Mit Tilda Swinton, Flavio Parenti, Edoardo Gabbriellini, Alba Rohrwacher, Pippo Delbono, Maria Paiato

Ki-Chin (The Naked Kitchen) Republik Korea

Von HONG Ji-young

Mit SHIN Mina, JU Ji-hun, KIM Tae-woo

Kings of Pastry USA/Niederlande/Großbritannien

Dokumentarfilm von Chris Hegedus & D. A. Pennebaker

Manthan (Das Buttern) Indien

Von Shyam Benegal

Mit Girish Karnad, Kulbhushan Kharbanda, Smita Patil, Amrish Patil, Naseeruddin Shah

The Botany of Desire (Botanik der Begierde) USA

Dokumentarfilm von Michael Schwarz

Mit Michael Pollan

Europapremiere

The Rainbow Warriors of Waiheke Island Niederlande

Dokumentarfilm von Suzanne Raes

Berlinale: Das Programm der Kinder- und Jugendreihe „Generation“

Vom Melodram über Science-Fiction bis zum Musical – im 33. Jahr ihres Bestehens steht Generation auf einem breiten filmischen Fundament. „Es gibt nicht die eine Kindheit oder Jugend, und es gibt viele Wege, einen Film darüber zu machen“, sagt Sektionsleiterin Maryanne Redpath mit Blick auf die 56 Kurz- und Langfilme im Programm von Generation.

Der Wettbewerb Generation 14plus eröffnet mit dem indischen Off-Bollywood-Film Road, Movie. Dev Benegal würdigt den Ort, an dem Leinwand, Licht und Menschen zu einem magischen Ereignis verschmelzen, in einer im Sinne des Wortes bewegenden Hommage an die mobile Kinokultur seiner Heimat.

Mit Alamar wird erstmals eine Dokufiktion zum Auftakt des Wettbewerbs Generation Kplusgezeigt. Im Rhythmus von Wasser, Wind und Wellen entführt Pedro González-Rubio in das Naturreservat der mexikanischen Karibik und dokumentiert hautnah eine Beziehung zwischen Vater und Sohn.

Spektakuläre Welten erobern gleich zwei japanische Animes. Das Animationshaus Aniplex (TEKKONKINKREET, Generation 2007) kehrt mit dem intergalaktischen Uchū Show e Yōkosovon Koji Masunari nach Berlin zurück. In SUMMER WARS von Kultregisseur Marmoru Hosada (The Girl Who Leapt Through Time) verpflichtet eine asiatische Großfamilie ihre digitalen Avatare auf analoge Traditionen.

Talent CampusAlumna Rusudan Pirveli aus Georgien wurde mit ihrem Spielfilmdebüteingeladen: Susa ist einer der zahlreichen „All-Ager“ in Generation. Anastasia Lapsui und Markku Lehmuskallio, regelmäßig im Forum zu Gast, widmen sich mit Sukunsa viimeinen erneut dem indigenen Volk der Nenzen am nördlichen Polarkreis. Wie die junge Neko aus Tradition dem Druck der sowjetischen Assimilation zu widerstehen versucht, wird gleichermaßen Jung und Alt berühren.

Insgesamt 28 Beiträge umfassen die beiden Kurzfilmwettbewerbe. Spike Jonze (Wo die wilden Kerle wohnen) zeigt mit seinem neuesten Werk I’m Here, dass auch Roboter leidenschaftlich lieben können. Pures Arthouse für Kinder sind die animierten und inszenierten Kurzfilme, die beiGeneration Kplus schon Zuschauer ab vier Jahren in die Berlinalekinos locken.

Generation begeht das Jubiläum der Berlinale mit einem Programm der starken Gegensätze. Wir wollen diese Vielfalt feiern“, freut sich Maryanne Redpath. Und weil der chinesische Jahreswechsel mitten in die Berlinale fällt, versprechen besonders die Weltpremieren vonEchoes of the Rainbow von Alex Law und Dooman River von Zhang Lu ein festliches neues Jahr.

Das Programm von Generation umfasst 28 Langfilme (darunter zehn Weltpremieren und fünf Internationale Premieren) und 28 Kurzfilme aus 31 Ländern:

Generation Kplus – Spielfilme

Alamar von Pedro González-Rubio, Mexiko 2009

Bestevenner (Rafiki) von Christian Lo, Norwegen 2009 (IP)

Boy von Taika Waititi, Neuseeland 2010

Iep! (Eep!) von Ellen Smit, Niederlande/Belgien 2009 (WP)

Knerten von Åsleik Engmark, Norwegen 2009 (IP)

La Pivellina von Tizza Covi & Rainer Frimmel, Österreich/Italien 2009

Shui Yuet Sun Tau (Echoes of the Rainbow) von Alex Law, Hongkong, China 2009 (WP)

Sukunsa viimeinen (Last of the Line) von Anastasia Lapsui & Markku Lehmuskallio, Finnland 2010 (WP)

Superbror (Superbrother) von Birger Larsen, Dänemark 2009 (IP)

Susa von Rusudan Pirveli, Georgien 2010

This Way of Life von Thomas Burstyn, Neuseeland/Kanada 2009 (IP)

Uchū Show e Yōkoso (Welcome to THE SPACE SHOW) von Koji Masunari, Japan 2009 (WP)

Yeo-haeng-ja (A Brand New Life) von Ounie Lecomte, Republik Korea/Frankreich 2009

Yuki & Nina von Nobuhiro Suwa & Hippolyte Girardot, Frankreich/Japan 2009

Generation Kplus – Kurzfilme

Apollo von Felix Gönnert, Deutschland 2010

Avós (Grandmothers) von Michael Wahrmann, Brasilien 2009

Burvīga diena (Wonderful Day) von Nils Skapāns, Lettland 2010

Derevo Detstva (Childhood Mystery Tree) von Natalia Mirzoyan, Russische Föderation 2009

Drona & ik (Drona & me) von Catherine van Campen, Niederlande 2009

Fløjteløs (Whistleless) von Siri Melchior, Dänemark/Großbritannien/Schweden 2009

Franswa Sharl von Hannah Hilliard, Australien 2009

I-Do-Air von Martina Amati, Großbritannien 2009

Indigo von Jack Price, Großbritannien 2009

Jacco’s Film von Daan Bakker, Niederlande 2009

Kozya Hatka (Goat’s House) von Marina Karpova, Russische Föderation 2009

Masala Mama von Michael Kam, Singapur 2009

Munaralli (The Egg Race) von Kaisa Penttilä, Finnland 2009

Sinna Mann (Angry Man) von Anita Killi, Norwegen 2009

Sol skin (Sun shine) von Alice de Champfleury, Dänemark 2009

The Six Dollar Fifty Man von Mark Albiston & Louis Sutherland, Neuseeland 2009

Generation 14plus – Spielfilme

Bran Nue Dae von Rachel Perkins, Australien 2009

Dooman River von Zhang Lu, Republik Korea/Frankreich 2009 (WP)

Gentlemen Broncos von Jared Hess, USA 2009

Joy von Mijke de Jong, Niederlande 2010 (WP)

Les Nuits de Sister Welsh (Sister Welsh’s Nights) von Jean-Claude Janer, Frankreich 2009 (WP)

Neukölln Unlimited von Agostino Imondi & Dietmar Ratsch, Deutschland 2009 (WP)

Os famosos e os duendes da morte (The Famous And The Dead) von Esmir Filho, Brasilien/Frankreich 2009

Retratos en un mar de mentiras (Portraits In A Sea Of Lies) von Carlos Gaviria, Kolumbien 2009 (WP)

Road, Movie von Dev Benegal, Indien/USA 2009

Sebbe von Babak Najafi, Schweden 2010 (IP)

SUMMER WARS von Mamoru Hosoda, Japan 2009

Te extraño (I Miss You) von Fabián Hofman, Mexiko/Argentinien 2010 (WP)

Vihir (The Well) von Umesh Vinayak Kulkarni, Indien 2009

Youth in Revolt von Miguel Arteta, USA 2009

Generation 14plus – Kurzfilme

Älä kuiskaa ystävän suuhun (Whispering in a Friend’s Mouth) von Hannaleena Hauru, Finnland 2009

Az Bad Beporsid (Ask The Wind) von Batin Ghobadi, Iran 2009

Corduroy von Hugh O’Conor, Irland 2009

I’m Here von Spike Jonze, USA 2010

Juzipi de wendu (The Warmth Of Orange Peel) von Huang Ji, Volksrepublik China 2009

Megaheavy von Fenar Ahmad, Dänemark 2009

Mi otra mitad (My Other Half) von Beatriz M. Sanchís, Spanien 2009

Ønskebørn (Out of Love) von Brigitte Stærmose, Dänemark 2009

Poi Dogs von Joel Moffett, USA 2009

Redemption von Katie Wolfe, Neuseeland 2010

Siemiany von Philip James McGoldrick, Belgien 2009

Zero von Leo Woodhead, Neuseeland 2010

Berlinale 2010: Die Kurzfilme

Aus über 2600 Kurzfilm-Einreichungen werden in fünf Programmen 25 Filme aus 15 Ländern im Wettbewerb präsentiert, die um den Goldenen Bären, die Nominierung für den European Film Academy Kurzfilm 2010 und das DAAD Stipendium konkurrieren. Darüber hinaus wird Akai Mori no Uta (The Song of Red Forest) von Akihito Izuhara aus Japan außer Konkurrenz gezeigt: eine Animation, in der zwei mystische Wesen über den Zustand der Welt singen. 

Neben Filmen aus u.a. Peru, Südafrika, Italien und Korea ist die Spannbreite von Produktionen aus Rumänien beeindruckend, erstmals ist aus Osteuropa auch Kroatien vertreten, mit Zvonimir Jurićs Žuti mjesec (Yellow Moon).

Berlinale Shorts hat sich etabliert als Ort für Künstler und Filmemacher, wo das Experiment und der Mut einen Raum haben. Nicolas Provost aus Belgien ist mit Long Live the New Fleshvertreten und wird parallel in der Galerie Haunch of Venison in Berlin seine Arbeiten präsentieren. Shelly Silver zeigt den experimentellen Film 5 Lessons and 9 Questions about Chinatown.

Daniel Nocke, Drehbuchautor und Filmemacher, erforscht mit 12 Jahre den Kern einer Beziehung. In dem Dokumentarfilm Geliebt widmet sich Jan Soldat der Frage, welche Rolle Tiere spielen können, wenn der Mensch unfähig ist, einen anderen Menschen zu lieben.

2010 bietet Berlinale Shorts zum ersten Mal die Möglichkeit, sich über die herausfordernden Filme des Programms auseinander zu setzen: Mit „Berlinale Shorts goes Arsenal“ gibt es an drei Tagen Filmgespräche im Kino Arsenal.

Anlässlich des 60. Jubiläums der Berlinale präsentiert Berlinale Shorts im Rahmen der Retrospektive PLAY IT AGAIN …! zwei Kurzfilm-Programme: PLAY IT … SHORT! |1 & PLAY IT … SHORT! |2. Als der Neue Deutsche Film mit Regisseuren wie Fassbinder, Herzog und Kluge in den 1970er Jahren weltweit für Furore sorgte, gab es in der BRD „anteilsmäßig mehr weibliche Filmemacher als in irgendeinem anderen filmproduzierenden Land“ wie der Filmwissenschaftler Thomas Elsässer 1985 schrieb. Dies spiegelte sich auch im Festival wider. Den Anfang macht Geschichten vom Kübelkind, Episode 17: „Niedrig gilt das Geld auf dieser Erde“ aus dem Jahr 1971 von Ula Stöckl mit dem diesjährigen Jurypräsidenten Werner Herzog in der Hauptrolle. Weiter im Programm ist u.a.: Pia Frankenberg, die mit Der Anschlag 1983 einen Publikumserfolg feierte. Eine Entdeckung sind die Filmperlen von Hedda Rinneberg und Hans Sachs, die als Kollektiv über die Jahre mit Filmen im Festival vertreten waren. 1977 gewannen sie mit Ortsfremd den Goldenen Bären. Helke Sander erhielt 1985 für Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste – Nr.1 den Goldenen Bären. Birgit Durban, Archivleiterin von bildwechsel, wird in die Programme einführen.

Jury

Die diesjährige internationale Kurzfilmjury besteht aus der brasilianischen Festivalleiterin und Produzentin Zita Carvalhosa, dem Autor und Spex-Chefredakteur Max Dax sowie dempolnischen Regisseur Xavery Żuławksi. Die Preisverleihung von Berlinale Shorts wird am 16. Februar im CinemaxX 3 stattfinden.

Zita Carvalhosa / Brasilien

Die Gründerin und Leiterin des São Paulo International Short Film Festivals ist auch als Produzentin erfolgreich. Die Geschäftsführerin der brasilianischen Superfilmes brachte unter anderem das Drama A Casa de Alice (Alice’s House, Panorama 2007) in die Kinos. 2009 produzierte und inszenierte sie das Tela Digital Video Festival, einen Kurzfilmwettbewerb für Film, TV und neue Medien. Zita Carvalhosa ist auch als Filmkuratorin und Herausgeberin tätig.

Max Dax / Deutschland

Als Chefredakteur des Popkulturmagazins Spex ist Max Dax ein Kenner der Jugend- und Popkulturen. Er war mehrere Jahre lang Chefredakteur der Interview-Zeitschrift Alert und ist Autor mehrerer Bücher. Zu seinen Veröffentlichungen zählen eine Biographie über Nick Cave und eine Geschichte der Band Einstürzende Neubauten. Max Dax hat außerdem die CD-Compilation „Il Canto di Malavita – La Musica della Mafia“ produziert.

Xavery Żuławksi / Polen

Der Absolvent der Filmhochschule in Lodz erhielt 2006 für seinen Erstlingsfilm Chaos den Preis als Best Debut Director beim Polnischen Film Festival in Gdynia. Sein nächster Film Wojna polsko-ruska (Schneeweiß & Russenrot) wurde zu einem großen Kassenerfolg in Polen. Żuławski, Sohn des polnischen Meisterregisseurs Andrej Żuławski, gilt bereits als wichtige Stimme des jungen polnischen Kinos.

Berlinale Shorts Programm:

I/ ca. 82′ + Einführungen

Aramaki, Isamu Hirabayashi, Japan, 26′  (WP) 

Akai Mori no Uta, Akihito Izuhara, Japan, 6′  (außer Konkurrenz)

Žuti mjesec, Zvonimir Jurić, Kroatien, 16′ 

In the Air, Liza Johnson, USA, 22′

Giardini di Luce, Davide Pepe & Lucia Pepe, Italien, 12′ 

II/ ca. 74′ + Einführungen

Paradise Later, Ascan Breuer, Österreich, 13′

Derby, Paul Negoescu, Rumänien, 15′ (WP)  

A Perm, Lee Ran-hee, Republik Korea, 19′ 

Suhaksihum, Jung Yumi, Republik Korea, 2′ (WP) 

El segundo Amanecer de la Ceguera, Mauricio Franco Tosso, Peru, 10′ 

Long Live the New Flesh, Nicolas Provost, Belgien, 15′ (WP)   

III/ ca. 79′ + Einführungen

5 Lessons and 9 Questions about Chinatown, Shelly Silver, USA, 10′ 

Wo ich bin ist oben, Bettina Schöller, BRD, 18′ (WP)

Out in that Deep Blue Sea, Kazik Radwanski, Kanada, 16′ 

Hayerida, Shai Miedzinsi, Israel, 20′   

Geliebt, Jan Soldat, BRD, 15′ (WP)

IV/ ca. 84′ + Einführungen

Nachalnik, Yuriy Bykov, Russische Föderation, 20′ 

Händelse Vid Bank, Ruben Östlund, Schweden, 12′ (WP) 

Photos of God, Paul Wright, Großbritannien, 28′ (WP) 

Ich muss mich künstlerisch gesehen regenerieren, Ute Schall & Christine Groß, BRD, 20′ (WP)

12 Jahre, Daniel Nocke, BRD, 4′ (WP) 

V/ ca.  89′ + Einführungen

The Tunnel, Jenna Bass, Südafrika, 25′ 

Tussilago, Jonas Odell, Schweden, 15′ 

Venus vs Me, Nathalie Teirlinck, Belgien, 26′ 

Colivia, Adrian Sitaru, Rumänien/Niederlande, 17′  (WP)  

Unplay, Joanna Rytel, Schweden, 6′  (WP)  

PLAY IT … SHORT! |1 / ca. 66’

Geschichten vom Kübelkind, Episode 17: „Niedrig gilt das Geld auf dieser Erde“, Ula Stöckl, 1971, 17′

Zum Glück gibt’s kein Patent, Monika Funke-Stern, 1985, 15′

SSZZZTTT, Wilma Kottusch, 1986, 10′

Soldaten, Soldaten, Elfi Mikesch, 1994,14′

Annie, Monika Treut, 1990, 10′

PLAY IT … SHORT! |2 / ca.74’

Die Lösung, Sieglinde Hamacher, 1989, 4′

Der Anschlag, Pia Frankenberg, 1983, 11′

Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste – Nr.1, Helke Sander, 1985, 10′

Ortsfremd … wohnhaft vormals Mainzerlandstraße, Hedda Rinneberg und Hans Sachs, 1971, 12′

Parachute, Sabine Eckhardt, 1986,13′

Chloé, Angie Welz-Rommel,1985, 8′

Camilla Horn sieht sich als Gretchen in Murnaus Stummfilm FAUST, Hedda Rinneberg und Hans Sachs, 1982, 16′

Berlinale 2010: Programm der Sektion „Panorama“

Alte und neue Meister sowie Neuentdeckungen bestimmen zum Geburtstag der Berlinale das Programm der Sektion Panorama. Neben den Regisseuren Lothar Lambert und Peter Kern melden sich auch das Regiepaar Jacques Martineau und Olivier Ducastel ebenso wie Isao Yukisada, E J-Yong und Sébastien Lifshitz mit ihren neuen Werken zurück. Der junge Spielfilm wird von Mat Whitecross, Anahí Berneri und Scud repräsentiert – Lucy Walker, Tamara Trampe/Johann Feindt und Michael Stock stehen für eindrucksvolle Panorama Dokumente.

Nach Auswahlreisen durch Asien, Nord- und Südamerika sowie Europa steht inzwischen die Hälfte der insgesamt 50 Filme fest. Sie bieten einen lebendigen Einblick in das Weltkino-Schaffen zur Zeit der Krise und auch 2010 bestätigt sich, dass der Dokumentarfilm weiter stark bleibt: er stellt etwa ein Drittel des Programms. Das Kinoprogramm der kommenden Arthouse-Saison zu entdecken und den Markt zu inspirieren, ist originäre Aufgabe des Panoramas.

Alle Filme werden als Weltpremieren oder Europa-Premieren präsentiert. Bislang wurden folgende Filme für Hauptprogramm, Panorama Special und Panorama Dokumente ausgewählt:

HAUPTPROGRAMM + PANORAMA SPECIAL

Amphetamine von Scud, Hongkong, China (WP)
mit Thomas Price, Byron Pang, Winnie Leung

Besouro von João Daniel Tikhomiroff, Brasilien
mit Aílton Carmo, Jessica Barbosa, Anderson Santos de Jesus, Flávio Rocha, Irandhir Santos

Blutsfreundschaft (Initiation) von Peter Kern, Österreich
mit Helmut Berger, Harry Lampl, Melanie Kretschmann, Michael Steinocher, Manuel Rubey, Matthias Franz Stein, Oliver Rosskopf, Heribert Sasse, Gregor Seberg

El mal ajeno von Oskar Santos, Spanien (WP)
mit Eduardo Noriega, Belén Rueda, Angie Cepeda, Cristina Plazas, Clara Lago

Golden Slumber von Yoshihiro Nakamura, Japan
mit Masato Sakai, Yuko Takeuchi, Hidetaka Yoshioka, Gekidan Hitori, Nao Omori, Sango Kitamura

Just Another Love Story von Kaushik Ganguly, Rituparno Ghosh, Indien (WP)
mit Rituparno Ghosh, Indraneel Sengupta, Chapal Bhaduri, Raima Sen, Jisshu Sengupta

Kawasakiho růže (Kawasaki’s Rose) von Jan Hřebejk, Tschechische Republik (WP)
mit Daniela Kolářová, Martin Huba, Lenka Vlasákova, Milan Mikulčík

Kosmos von Reha Erdem, Türkei/Bulgarien
mit Sermet Yeşil, Türkü Turan, Hakan Altuntaş, Sabahat Doğanyılmaz, Korel Kubilay

L’arbre et la forêt (Family Tree) von Olivier Ducastel, Jacques Martineau, Frankreich (WP)
mit Guy Marchand, Françoise Fabian, Sabrina Seyvecou, Yannick Renier

Nacidas para sufrir (Born To Suffer) von Miguel Albaladejo, Spanien
mit Adriana Ozores, Petra Martinez, Malena Alterio, Ricard Borrás, Jorge Calvo, Marta Fernández Muro, Maria Elena Flores

Parade von Isao Yukisada, Japan
mit Tatsuya Fujiwara, Karina, Shihori Kanjiya, Kento Hayashi, Keisuke Koide

Phobidilia von Doron Paz, Yoav Paz, Israel
mit Ofer Shechter, Efrat Baumwald, Shlomo Bar Shavit, Efrat Dor

Plein sud (Going South) von Sébastien Lifshitz, Frankreich
mit Yannick Renier, Léa Seydoux, Nicole Garcia, Théo Frilet, Pierre Périer

Por tu culpa (It’s Your Fault) von Anahí Berneri, Argentinien/Frankreich (WP)
mit Erica Rivas, Ruben Viani, Nicasio Galán, Zenón Galán, Osmar Núñez

Sex & Drugs & Rock & Roll von Mat Whitecross, Großbritannien
mit Andy Serkis, Naomie Harris, Olivia Williams, Bill Milner, Tom Hughes

Son Of Babylon von Mohamed Al-Daradji, Irak/Großbritannien/Frankreich/Vereinigte Arabische Emirate/Niederlande/Ägypten/Palästinensische Gebiete
mit Yassir Talib, Shazada Hussein, Bashir Al-Majid

The Man Who Sold The World von Swel Noury, Imad Noury, Marokko
mit Said Bey, Fehd Benchemsi, Audrey Marnay, Latifa Ahrrare, Hakim Noury

Yeobaewoodle (The Actresses) von E J-Yong, Republik Korea
mit Yoon Yeo-jeong, Lee Mi-sook, Ko Hyun-joung, Choi Ji-woo, Kim Ok-vin, Kim Min-hee

PANORAMA DOKUMENTE

Alle meine Stehaufmädchen – Von Frauen, die sich was trauen
(All My Tumbler Girls Or All About Women Who Dare To…)

von Lothar Lambert, Deutschland (WP)

Beautiful Darling: The Life And Times Of Candy Darling, Andy Warhol Superstar von James Rasin, USA (WP)

Hazman havarod (Gay Days) von Yair Qedar, Israel

Making The Boys von Crayton Robey, USA (WP)
mit Mart Crowley, Edward Albee, Tony Kushner, Terrence McNally, Dominic Dunne, William Friedkin, Robert Wagner

Postcard To Daddy von Michael Stock, Deutschland (WP)

Waste Land von Lucy Walker, Co-Regisseure: João Jardim, Karen Harley, Großbritannien/Brasilien

Wiegenlieder (Lullaby) von Tamara Trampe, Johann Feindt, Deutschland (WP)
mit Detlef Jablonski, Helmut Oehring, Santos, Apti Bisultanov, Jocelyn B. Smith

Berlinale 2010: Jugendreihe Generation zwischen Lateinamerika, Australien und Neukölln

Im Jubiläumsjahr der Berlinale lädt Generation fünf preisgekrönte und renommierte Persönlichkeiten in die Internationale Jury der Sektion: Die 21-jährige iranische Filmemacherin Hana Makhmalbaf gewann mit ihrem Debütfilm Buda Az Sharm Foru Rikht im Festival 2008 einen Gläsernen Bären. Mit dem kanadischen Regisseur Philippe Falardeau kehrt ein weiterer Preisträger nach Berlin zurück. Falardeaus C’est pas moi, je le jure! überzeugte 2009 im Wettbewerb Generation Kplus sowohl die Kinderjury als auch die Internationale Jury, der er nun selbst angehört. Ferner eingeladen wurde die australische Kinderfilmproduzentin Kylie Du Fresne, deren Produktion The Djarn Djarns 2005 ebenfalls mit einem Gläsernen Bären für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Die Leiterin des Deutschen Kinder-Medien-Festivals GOLDENER SPATZ Margret Albers zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Kindermedienlandschaft. Der mehrfach preisgekrönte irisch-stämmige Drehbuchautor und Produzent Rowan O’Neill (The Race) vervollständigt die Internationale Jury, die traditionell die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preise des Deutschen Kinderhilfswerks vergibt.

Dass bereits 19 Langfilme für die Wettbewerbe Generation Kplus und Generation 14plus eingeladen werden konnten, geht unter anderem auch auf die spannenden Entdeckungen aus dem lateinamerikanischen Raum zurück: Die aufstrebenden Filmindustrien in Argentinien, Brasilien, Mexiko und Kolumbien bedienen sich seit einigen Jahren sehr erfolgreich der unerschöpflichen Quelle des Coming-of-Age, um gesellschaftlich allgemein relevante Themen zu reflektieren. Die jungen Protagonisten fühlen sich an Wendepunkten ihres Lebens veranlasst, selbstbestimmt Alternativrouten einzuschlagen. Und sie laden Zuschauer ein, sie im Kino dabei zu begleiten.

Kinokultur australischer und neuseeländischer Ureinwohner prägen mehrere Filme in der bisherigen Auswahl. Der Neuseeländer Taika Waititi (Two Cars One Night und Eagle vs. Shark) wird seinen lang erwarteten Film Boy präsentieren, eine tragikomische Begegnung zwischen Vater und Sohn in der Maori-Gesellschaft. Mit Bran Nue Dae nimmt sich erstmals ein Musicalfilm höchst unterhaltsam der Lebenssituation junger Aborigines in Australien an (mit Geoffrey Rush).

Für ein gewohnt vielschichtiges Dokumentarfilmerlebnis bei Generation stehen starke Familienporträts aus Mexiko und Neuseeland. Eine gehörige Portion Lokalbezug bietet der Berliner Dokumentarfilm Neukölln Unlimited: die brisante Geschichte einer libanesisch-stämmigen Familie mit tiefer Verwurzelung in der Neuköllner Kultur, der die Gefahr der kurzfristigen Abschiebung droht.

„Dass Generation auf dem internationalen Filmmarkt seinen Platz findet, ist höchst erfreulich“, sagt Sektionsleiterin Maryanne Redpath mit Blick auf die beiden US-amerikanischen Filme Gentlemen Broncos und Youth in Revolt bei 14plus.

Die Filmauswahl für Generation wird Anfang Januar 2010 abgeschlossen. Bislang sind folgende Filme eingeladen:

Generation Kplus Alamar (To The Sea) von Pedro González Rubio, Mexiko 2009
Boy von Taika Waititi, Neuseeland 2009
Iep! (Eep!) von Ellen Smit, Niederlande/Belgien 2009 / Weltpremiere
Knerten von Åsleik Engmark, Norwegen 2009 / Internationale Premiere
La Pivellina von Tizza Covi und Rainer Frimmel, Österreich/Italien 2009
Superbror (Superbrother) von Birger Larsen, Dänemark 2009 / Internationale Premiere
This Way of Life von Thomas Burstyn, Neuseeland/Kanada 2009
Yeo-haeng-ja (A Brand New Life) von Ounie Lecomte, Republik Korea/Frankreich 2009
Yuki & Nina von Nobuhiro Suwa und Hippolyte Girardot, Frankreich/Japan 2009

Generation 14plus Bran Nue Dae von Rachel Perkins, Australien 2009
Gentlemen Broncos von Jared Hess, USA 2009
Neukölln Unlimited von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch
Deutschland 2010 / Weltpremiere
Os famosos e os duendes da morte (The Famous And The Dead)
von Esmir Filho, Brasilien/Frankreich 2009
Retratos en un mar de mentiras (Portraits In A Sea Of Lies)
von Carlos Gaviria, Kolumbien 2009 / Weltpremiere
Road, Movie von Dev Benegal, Indien/USA 2009
SUMMER WARS von Mamoru Hosoda, Japan 2009
Te extraño (I Miss You) von Fabián Hofman, Mexiko/Argentinien 2010 / Weltpremiere
Vihir (The Well) von Umesh Vinayak Kulkarni, Indien 2009
Youth in Revolt von Miguel Arteta, USA 2009

Berlinale 2010: Weltpremieren von Scorsese und Polanski als Höhepunkte

Die ersten sieben Titel für den Wettbewerb der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen fest. Die bislang eingeladenen Filme kommen aus Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Iran, Kroatien, Österreich, Türkei und USA.

Eine junge Filmemachergeneration, Stars und Regie-Meister wie Martin Scorsese und Roman Polanski prägen die ersten Filme im Wettbewerb.

„Der Wettbewerb zum 60. Geburtstag wird von einem Mix der Stile und Genres geprägt, von aufregenden Newcomern und renommierten Regisseuren“, sagt Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Folgende Filme sind für das Wettbewerbsprogramm bislang bestätigt:

Bal (Honey) Türkei / Deutschland
Von Semih Kaplanoglu (Süt/Milk, Yumurta/Egg, Melegin Düsüsü/Angel’s Fall)
Mit Bora Altas, Erdal Besikcioglu, Tülin Özen, Alev Ucarer, Ayse Altay
Weltpremiere

Der Räuber Österreich / Deutschland
Von Benjamin Heisenberg (Schläfer, Max-Ophüls-Preis 2006)
Mit Andreas Lust, Franziska Weisz
Weltpremiere

My Name Is Khan Indien
Von Karan Johar
Mit Shah Rukh Khan, Kajol
Außer Konkurrenz

Na Putu (On the Path) Bosnien und Herzegowina / Österreich / Deutschland / Kroatien
Von Jasmila Žbanić (Grbavica – Esmas Geheimnis, Goldener Bär 2006)
Mit Zrinka Cvitešić (Shooting Star 2010), Leon Lucev, Ermin Bravo, Mirjana Karanović
Weltpremiere

Shekarchi (The Hunter) Deutschland / Iran
Von Rafi Pitts (Zemestan – Es ist Winter)
Mit Rafi Pitts, Mitra Hajjar, Ali Nicksaulat, Hassan Ghalenoi
Weltpremiere

Shutter Island USA
Von Martin Scorsese (The Departed, Aviator, Kap der Angst)
Mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley, Michelle Williams, Patricia Clarkson, Max von Sydow
Weltpremiere / Außer Konkurrenz

The Ghost Writer (Der Ghostwriter) Frankreich / Deutschland / Großbritannien
Von Roman Polanski (Der Pianist, Oscar 2002, China Town, Wenn Katelbach kommt…, Goldener Bär 1966)
Mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Kim Cattrall, Olivia Williams
Weltpremiere

26 Filme werden ins Wettbewerbsprogramm der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin eingeladen. Weitere Programmentscheidungen für den Wettbewerb werden im Januar 2010 bekanntgegeben.

Berlinale 2010: Erste Filme der Nachwuchsreihe „Perspektive Deutsches Kino“

Die neunte Ausgabe der Perspektive Deutsches Kino beginnt mit einer guten Nachricht: Drama geht auch anders. Renn, wenn du kannst heißt der Eröffnungsfilm der Reihe. Der Regisseur Dietrich Brüggemann (Absolvent der HFF „Konrad Wolf“ in Babelsberg) war 2006 mit seiner grandiosen Stilübung Neun Szenen bereits zu Gast im Programm. Jetzt hat er zusammen mit seiner Schwester, der Schauspielerin Anna Brüggemann, eine Dreiecksgeschichte entwickelt, die aus einer dramatischen Situation auch heitere und romantische Momente zieht. Die Männer in dieser Geschichte werden von Robert Gwisdek und Jacob Matschenz gespielt.

Die zweite gute Nachricht ist allmählich eine Selbstverständlichkeit im jüngsten deutschen Kino: Der Dokumentarfilm bleibt stark und wird dabei immer vielfältiger und unterhaltsamer.
Das geht besonders gut, wenn man wie die Regisseurin Saara Waasner drei kluge und selbstbewusste Prostituierte jenseits der für das Gewerbe üblichen Altersgrenze dazu bringt, frei und reflektiert über ihren Beruf und ihren Lebensalltag zu sprechen. Frauenzimmer ist ein Dokumentarfilm, der Türen öffnet.
Und während man in einem Film vom Filmemacher ganz nah zu den Protagonisten gebracht wird, macht sich in einem anderen der Filmemacher selber zum Protagonisten. Weil Jan Raiber (Filmakademie Baden-Württemberg) in Alle meine Väter seine persönliche Geschichte ins Zentrum des Films stellt, eine Geschichte, die er gar nicht beherrschen und kontrollieren kann, erlebt der Zuschauer mit dem Filmemacher manch eine Überraschung.

Ein Programm mit drei mittellangen Filmen beschäftigt sich auf höchst unterschiedliche Weise mit dem Filmemachen selbst. Glebs Film von Christian Hornung (Hochschule für bildende Künste, Hamburg) ist ein Film über einen Film, den es noch gar nicht gibt. Der Hamburger Friseur Gleb hat ihn aber schon lange im Kopf und erzählt ihn – unter der diskreten, aber genauen Beobachtung des Regisseurs – seinen Kundinnen und Kunden.
The Boy Who Wouldn`t Kill klingt nicht nur wie der Titel eines Westerns, der Film sieht auch so aus. Linus de Paoli (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) hat mit Pit Bukowski in der Hauptrolle eine auf allen Ebenen filmischer Effekte beeindruckend gespielte Variation über die Muster und Methoden des Genres, das immer wieder neu erfunden zu werden scheint, gedreht.
Der junge Schauspieler Sergei Moya hat nicht nur Spaß am Filmemachen, er weiß auch, wie man diesen dem Publikum vermittelt. Sein Film Hollywood Drama mit Clemens Schick und Carlo Ljubek ist eine treffsicher inszenierte und gespielte Satire auf den Traum vieler Vertreter der Generation von Filmemachern, die das Programm der Perspektive Deutsches Kino bestimmen und so lebendig machen.