Archiv der Kategorie: Berlinale 2010

Berlinale – Tipps für Hollywood – Diven und Cineasten

Die Berlinale gibt sich in diesem Jahr besonders fürsorglich. Da Klaus Wowereit und die Berliner Stadtreinigung nach dem wochenlangen Dauerfrost anscheinend bereits kapituliert haben, empfehlen Festival – Chef Dieter Kosslick und sein Team auf der Berlinale – Startseite:

"Mitten in den Vorbereitungen auf den Berlinale Besuch an dieser Stelle noch ein wohlmeinender Rat: Bitte vergessen Sie bei all dem Trubel nicht, sich festes Schuhwerk für die teilweise sehr vereisten Berliner Gehwege und angemessene Winterkleidung einzustecken."

Über den Roten Teppich vor dem Berlinale – Palast werden in den kommenden Tagen internationale Stars wie Pierce Brosnan, Jackie Chan, Gérard Depardieu, Leonardo DiCaprio, Gael García Bernal, Catherine Keener, Rhys Ifans, Ewan McGregor, Juliane Moore, Martin Scorsese, Ben Stiller und Michelle Williams laufen.

Sonderreihe: „Berlinale Goes Kiez“

Vom 12. bis 21. Februar wird das Festival mit einem Fliegenden Roten Teppich seine Filme und deren Filmteams allabendlich in ein Programmkino der Berliner Kieze – von Weißensee bis Zehlendorf – bringen.

An jedem Abend wird ein prominenter Filmschaffender als Kinopate auftreten und Filmteam und Publikum auf dem Roten Teppich wie auf der Bühne begrüßen. Viele dieser Paten, darunter Wim Wenders, Michael Verhoeven, Senta Berger, Hans-Christian Schmid, Andreas Dresen, Christian Petzold und Tom Tykwer haben oft eine ganz persönliche Beziehung zu ihrem Kiezkino und werden darüber erzählen.

Bei den meisten Vorstellungen werden auch die Filmteams zu Gast sein, unter anderen haben Wang Quan’an, Lisa Lu, Hans Petter Moland, Stellan Skarsgård, Angela Schanelec, Arvin Chen, Scud, Hanna Schygulla, Hark Bohm, Feo Aladag, Matti Geschonneck und Benjamin Heisenberg zugesagt.

Freitag, 12.2., Odeon, Schöneberg: Die „Berlinale Goes Kiez“ Reihe eröffnet mit demWettbewerbs-Beitrag Tuan Yuan (Apart Together, R: Wang Quan’an), das Film-Team wird anwesend sein. Im Anschluss wird The Thin Red Line (Der schmale Grat, R: Terrence Malick) aus der Retrospektive gezeigt. Der Kinopate für diesen Abend ist Wim Wenders.

Samstag, 13.2., Kino Toni & Tonino, Weißensee: Hier ist die Berlinale mit folgenden beiden Filmen zu Gast: Renn, wenn du kannst (R: Dietrich Brüggemann) aus der Reihe Perspektive Deutsches Kino, Regisseur und Team werden dabei sein und aus der Retrospektive Die Frau und der Fremde von Rainer Simon, der ebenfalls zugesagt hat. Michael Verhoeven und Senta Berger sind die Kinopaten.

Sonntag, 14.2., Neue Kant Kinos, Charlottenburg: Gleich drei Filme werden gezeigt: Tanzträume – Jugendliche tanzen „Kontakthof“ von Pina Bausch (R: Anne Linsel, Rainer Hoffmann) aus dem Berlinale Special, den Film Road, Movie (R: Dev Benegal) aus der SektionGeneration sowie Submarino (R: Thomas Vinterberg) aus dem Wettbewerb. Bisher haben beiRoad, Movie Regisseur und Darsteller zugesagt, bei Tanzträume werden außer dem Team auch alle 40 jugendlichen Tänzer/innen auf die Bühne kommen. Kinopate ist Hans-Christian Schmid.

Montag, 15.2., Adria, Steglitz: Aus dem Berlinale Special läuft Doris Dörries Film Die Friseuse.In der zweiten Vorstellung sieht das Publikum aus der Perspektive Deutsches Kino zwei Kurzfilme: The Boy Who Wouldn’t Kill (R: Linus de Paoli) und Hollywood Drama (R: Sergej Moya). Die Filmteams werden erwartet, Andreas Dresen ist der Kinopate für das Adria.

Dienstag, 16.2., Hackesche Höfe Kino, Mitte: Der Wettbewerbs-Beitrag En Ganske Snill Mann(A Somewhat Gentle Man) eröffnet den Abend, zu Gast werden der Regisseur Hans Petter Moland und Stellan Skarsgård sein, gefolgt von Orly (R: Angela Schanelec) aus dem Forum, ebenfalls in Anwesenheit der Regisseurin und der Darsteller. Kinopate ist Tom Tykwer.

Mittwoch, 17.2., Neues Off, Neukölln: Ist Spielstätte für Neukölln Unlimited (R: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch), einem Film aus der Sektion Generation, und Yella (R: Christian Petzold), der in der Retrospektive laufen wird. Bei beiden Filmen haben Regie und Cast zugesagt, Christian Petzold ist zugleich Kinopate für diesen Abend.

Donnerstag, 18.2., Capitol Dahlem, Zehlendorf: Hier wird der Fliegende Rote Teppich für Filme aus dem Wettbewerb und dem Forum ausgerollt: Bal (Honey, R: Semih Kaplanoglu) und Yi ye Tai bei (Au revoir Taipei, R: Arvin Chen). Regisseur und Darsteller werden erwartet.

Freitag, 19.2., Moviemento, Kreuzberg: Panorama-Leiter Wieland Speck, der früher selbst im Moviemento als Kinomacher gearbeitet hat, stellt zusammen mit dem Filmteam Amphetamine(R: Scud) vor. Auch im anschließenden Film Auf der anderen Seite der Leinwand – 100 Jahre Moviemento, der als Sondervorführung innerhalb der Kiez-Reihe laufen wird, hat Wieland Speck eine zentrale Rolle; Regisseur Bernd Sobolla und weitere Protagonisten werden anwesend sein. In der Spätvorstellung laufen Filme der Berlinale Shorts: Paradise Later, Derby, A Perm, Suhaksihum, El Segundo Amanecer De La Ceguera und Long Live The New Flesh.

Samstag, 20.2., Eva Lichtspiele, Wilmersdorf: In dieses Kino kommt die Berlinale mit Die Ehe der Maria Braun (R: Rainer Werner Fassbinder) aus der Retrospektive, Hanna Schygulla und Hark Bohm werden auftreten, sowie dem Panorama-Film Die Fremde, die Regisseurin Feo Aladag hat ebenfalls zugesagt.

Sonntag, 21.2., Union Filmtheater, Köpenick: Seinen Abschluss findet „Berlinale Goes Kiez“ hier mit Boxhagener Platz aus dem Berlinale Special, Regisseur Matti Geschonneck und Team haben zugesagt, und dem Wettbewerbsfilm Der Räuber mit dem Regisseur Benjamin Heisenberg als Gast.

„Berlinale Goes Kiez“ wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.berlinale.de. Kartenvorverkauf ab dem 8.02.2010 beim Zentralen Kartenvorverkauf der Berlinale, Online unter www.berlinale.de und im jeweiligen Kino.

Ehrengäste der Retrospektive

Anlässlich des 60. Jubiläums der Berlinale ist die Retrospektive der Geschichte des Festivals gewidmet. Die filmische Rückschau ist langjährigen Freunden und Bekannten Grund, gemeinsam mit uns zu feiern und in Berlin ihre Filme noch einmal zu präsentieren, mit denen sie in den vergangenen Jahrzehnten das Festival-Publikum begeistert haben.

Jeanne Moreau, dem Festival seit fast sechzig Jahren verbunden, wurde bereits zur 50. Berlinale für ihr Lebenswerk mit einem Goldenen Ehrenbären geehrt. Die Ikone und Muse der Nouvelle Vague und Grande Dame des französischen Kinos feierte einen ihrer großen Berlinale-Erfolge, gemeinsam mit Marcello Mastroianni, in Michelangelo Antonionis Film La Notte (Die Nacht), der 1961 den Goldenen Bären gewann.

Zu den regelmäßigen Gästen der Berlinale zählt auch der britische Filmemacher Stephen Frears. Drei Jahre bevor er 1999 für The Hi-Lo Country mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet wurde, war er 1996 mit einer ungewöhnlichen Version des Jekyll-und-Hyde-Stoffes zu Gast: Mary Reilly gehört zu jenen Werken im diesjährigen Programm, von denen Kurator David Thomson überzeugt ist, sie haben mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihnen seinerzeit zuteil wurde.

Die belgische Produktion Le Depart des polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski gewann 1967 den Goldenen Bären und gehörte zu den Höhepunkten des Festivals. In den Folgejahren realisierte Skolimowski seine Filme vor allem in Großbritannien, den USA und der Bundesrepublik Deutschland, bevor er sich ganz der Malerei zuwandte. Erst 2008 feierte er mit Cztery noce z Anną (Vier Nächte mit Anna) sein vielbeachtetes Comeback als Filmregisseur.

Der erste und einzige Film aus der DDR, der mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, war Rainer Simons Die Frau und der Fremde im Jahr 1985. Die eindrucksvolle Literaturverfilmung der DEFA nach einem Text von Leonhard Frank konnte wegen ungeklärter Rechtefragen viele Jahre nicht gezeigt werden und ist erst seit 2008 wieder im Kino zu sehen.

Der Schauspieler Bruno Ganz ist seit 1978 mit schweizerischen und europäischen Produktionen auf der Berlinale zu Gast. Seine sensible Darstellung des Paul, der aus dem gewohnten Fluss des Lebens ausbricht, prägt Alain Tanners melancholisch-subtilen Film Dans la ville blanche (In der weißen Stadt), der 1983 auf der Berlinale zu sehen war.

Jeanne Moreau, Stephen Frears, Jerzy Skolimowski und Rainer Simon werden nicht nur ihre Filme im Kino vorstellen, sondern in der traditionellen Veranstaltungsreihe der Deutschen Kinemathek im Filmhaus am Potsdamer Platz über ihre Arbeit und ihr langjähriges Verhältnis zur Berlinale Auskunft geben. Zu Beginn des Festivals erläutert Kurator David Thomson seine Filmauswahl. Zwei Abende in der Veranstaltungsreihe sind den beiden diesjährigen Gewinnern der Goldenen Ehrenbären, der Schauspielerin Hanna Schygulla und dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, gewidmet.

In zwei Sonderveranstaltungen gewährt die Deutsche Kinemathek Einblicke in die Welt der Archive. Der sensationelle Fund der vermissten Teile von Fritz Langs Metropolis in Argentinien und die dadurch möglich gewordene nahezu vollständige Rekonstruktion des Films 83 Jahre nach seiner Uraufführung sind Thema eines Podiumsgesprächs am 13. Februar 2010. Am 15. Februar stellt die Archivplattform www.europafilmtreasures.eu einige ihrer Schätze mit Live-Musik und anschließendem Gespräch vor.

Die Berlinale feiert 40 Jahre „Forum“

Wenn in zwei Wochen die Berlinale zum 60. Mal stattfindet, blickt auch das Forum auf vier Jahrzehnte Film- und Festivalarbeit zurück. Die Geschichten beider Veranstaltungen sind untrennbar ineinander verwoben und ergeben gemeinsam ein spannendes Stück Zeit- und Filmgeschichte. Als die „Freunde der deutschen Kinemathek e.V.“ im Sommer 1969 in der Akademie der Künste eine „Ergänzungsveranstaltung“ zu den Internationalen Filmfestspielen Berlin veranstalteten, drückte sich darin vor allem Kritik an der als unzeitgemäß und konservativ empfundenen Berlinale aus. Kaum jemand hat wohl damals erwartet, dass daraus schon zwei Jahre später das "Internationale Forum des Jungen Films" werden würde, das seit dem ein fester Bestandteil der Berlinale ist.

Wie sollte man diesem Jubiläum gerecht werden? Angesichts von über zweitausend im Forum gezeigten Filmen hätte keine Filmauswahl repräsentativ sein können. Zum 40. Geburtstag ist das Forum daher einen anderen Weg gegangen. In Erinnerung an die Gründungsveranstaltung fand vom 1. bis 5. Juli 2009 bereits das Symposium „Dialoge mit Filmen“ im Kino Arsenal statt. Zwölf Filmemacher, die bereits eigene Arbeiten im Forum gezeigt hatten, wurden gebeten, ihre Lieblingsfilme aus vier Jahrzehnten Forum vorzustellen. Subjektiv sollte die Auswahl sein, unerwartet und bisweilen zufällig. Einzige Vorgabe war das Jahrzehnt, das den “Kuratoren” jeweils zugeteilt wurde. So wählten je drei Regisseure Filme aus, die das Forum in den 1970er, 80er, 90er und schließlich 00er Jahren gezeigt hat. Für jeden blieb damit noch immer die Qual der Wahl aus rund 500 Filmen.

Dieses kuratorische Modell reflektiert auch ein wesentliches Merkmal des Forums. Sektionsleiter Christoph Terhechte: „Wer im Forum seine frühen Werke vorgestellt hat, ist dem Programm meist verbunden geblieben, ob als Mentor, als häufig wiederkehrender Gast oder als Zuschauer, der sich mit den Filmen jüngerer Kollegen auseinandersetzt. Umgekehrt sind viele von ihnen Vorbilder geworden für nachfolgende Generationen.“

Die Kuratoren der „Dialoge mit Filmen“ waren Aditya Assarat, Bradley Rust Gray & So Yong Kim, Jia Zhangke, Ulrich Köhler, Sharon Lockhart, Avi Mograbi, Ulrike Ottinger, Sabu, Anja Salomonowitz, Angela Schanelec, Jean-Marie Téno und Jasmila Žbanić. Sie wählten Filme aus von: Chantal Akerman, Nuri Bilge Ceylan, Souleymane Cissé, Claire Denis, Bill Douglas, Jean-Luc Godard, David Gordon Green, Hou Hsiao Hsien, Aki Kaurismäki, Anastasia Lapsui & Markku Lehmuskallio, Sharon Lockhart, Helke Sander und Michael Snow.

Das Forum will nicht repräsentieren und keine Bestenliste sein. Es will vielmehr Bögen schlagen und Akzente setzen, seine Filme zueinander und manchmal auch gegeneinander sprechen lassen. Daran hat sich in vier Jahrzehnten nichts geändert. „Wir sind weiterhin gespannt auf jede neue Stimme, jede neue Generation von Filmemachern“, sagt Christoph Terhechte. „Wir sind davon überzeugt, dass wir auf diese Weise unserem Publikum wie den Regisseuren, deren Werke wir vorstellen, ein Forum im wahrsten Sinne bieten.“

Im Rahmen der Berlinale werden die ausgewählten Filme nun noch einmal gezeigt. Drei der Kuratoren sind zudem mit ihren neuen Filmen im Forum zu Gast: Sharon Lockhart, Sabu und Angela Schanelec.

Die von Bradley Rust Gray und So Yong Kim ausgewählte Bill-Douglas-Trilogie wird, anders als im Sommer 2009, nun komplett gezeigt und eröffnet am 11. Februar das 40. Forum im Delphi Filmpalast.

Zur Berlinale erscheint zudem die Publikation „Dialoge mit Filmen — 4 Jahrzehnte Forum“. Diese enthält neben einem Vorwort von Mark Peranson und Texten der Gastkuratoren zu den von ihnen vorgestellten Filmen auch eine DVD mit Auszügen der ausführlichen Gespräche und Filmausschnitten. Die Publikation wird zum Unkostenbeitrag von 5 Euro angeboten.

Jubiläumsprogramm und Publikation wurden ermöglicht durch die Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds.

Das Filmprogramm „4 Jahrzehnte Forum“:

Die allseitig reduzierte Persönlichkeit – Redupers von Helke Sander, Bundesrepublik Deutschland 1977, ausgewählt von Ulrich Köhler

Baara von Souleymane Cissé, Mali 1978, ausgewählt von Jean-Marie Téno

Beau travail von Claire Denis, Frankreich 1999, ausgewählt von Anja Salomonowitz

D’Est von Chantal Akerman, Frankreich/Belgien 1993, ausgewählt von Avi Mograbi

Dust in the Wind (Lien lien fung chen) von Hou Hsiao Hsien, Taiwan 1986, ausgewählt von Sabu

George Washington von David Gordon Green, USA 2000, ausgewählt von Aditya Assarat

Kasaba von Nuri Bilge Ceylan, Türkei 1998, ausgewählt von Jia Zhangke

The Match Factory Girl (Tulitikkutehtaan tyttö) von Aki Kaurismäki, Finnland 1989, ausgewählt von Jasmila Žbanić

My Childhood/My Ain Folk/My Way Home von Bill Douglas, Großbritannien 1972/73/78, ausgewählt von So Yong Kim und Bradley Rust Gray

Sauve qui peut (la vie) von Jean-Luc Godard, Schweiz/Frankreich 1980, ausgewählt von Angela Schanelec

So Is This von Michael Snow, Kanada 1982, ausgewählt von Sharon Lockhart, und von Sharon Lockhart, USA, ausgewählt von Anja Salomonowitz

Seven Songs from the Tundra (Seitsemän laulua tundralta) von Anastasia Lapsui, Markku Lehmuskallio, Finnland 2000, ausgewählt von Ulrike Ottinger

Berlinale 2010: Jury für die besten Debütfilme

Die Berlinale engagiert sich seit 2006 mit der Einführung des Preises für den Besten Erstlingsfilm noch intensiver für den Filmnachwuchs. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) gestiftet. Das Preisgeld teilen sich Regisseur und Produzent des Preisträgerfilms. Zudem wird dem Regisseur ein hochwertiger „Viewfinder“ als nützliches Werkzeug und Erinnerungsstatuette überreicht.

Spielfilmdebüts aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Generation Kplus und 14plus sowie Debüts des Forums werden um den Preis konkurrieren. Die Gewinner werden am 20. Februar bei der offiziellen Preisverleihungsgala im Berlinale Palast bekannt gegeben.

Eine dreiköpfige Jury entscheidet über die Preisvergabe:

Michael Verhoeven (Deutschland) – Juryvorsitz

Michael Verhoeven, eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Films, präsentierte 1967 sein Spielfilmdebüt Paarungen. Sein Antikriegsfilm O.K. führte 1970 zu einem Eklat unter den Berlinale-Wettbewerbsjuroren. Verhoeven, der seine eigene Produktionsfirma unterhält, hat eine Reihe viel beachteter Filme zur deutschen Vergangenheit gedreht, darunter Die Weiße Rose (1982) und Das schreckliche Mädchen (1990).  

Ben Foster (USA)

Ben Foster gehört zu den viel versprechendsten jungen Darstellern in Hollywood. Er spielte verstörte Teenager (Bang, bang, du bist tot, Six Feet Under), Comic-Helden (X-Men – Der letzte Widerstand) und launische Cowboys (Todeszug nach Yuma), und erhielt 2006 für seine Rolle in Nick Cassavetes‘ Alpha Dog den Young Hollywood Award. 2009 war er mit dem Drama The Messenger zu Gast im Berlinale Wettbewerb.

Lorna Tee (Malaysia)

Die Produzentin Lorna Tee ist eine bekannte Größe in der asiatischen Filmszene. 2005 übernahm sie bei Focus Films Hongkong Marketing und Vertrieb. Heute ist sie sowohl Geschäftsführerin des asiatischen Filmfonds Irresistible Films in Hongkong als auch Besitzerin ihrer eigenen Filmproduktion Paperheart (Malaysia). Mit Paperheart produzierte sie Rain Dogs, At The End of Daybreak und My Daughter.

Folgende Filme qualifizieren sich für den „Best First Feature Award“:

Wettbewerb (3)

Rompecabezas (Puzzle) von Natalia Smirnoff , Argentinien/Frankreich

Eu când vreau să fluier, fluier (If I Want To Whistle, I Whistle) von Florin Serban, Rumänien/Schweden

Shahada von Burhan Qurbani, Deutschland

Panorama (9)

Besouro von João Daniel Tikhomiroff, Brasilien

Bróder! (Broder!) von Jeferson De, Brasilien

Die Fremde (When We Leave) von Feo Aladag, Deutschland

Due vite per caso (One life maybe two) von Alessandro Aronadio, Italien

El mal ajeno (For The Good Of The Others) von Oskar Santos, Spanien

Propavshyi bez vesty (Missing Man) von Anna Fenchenko, Russische Föderation

Open von Jake Yuzna, USA

Red Hill von Patrick Hughes, Australien

Veselchaki (Jolly Fellows) von Felix Mikhailov, Russische Föderation

Forum (8)

Au revoir Taipei (Yī yè Tái běi) von Arvin Chen, Taiwan/USA/ Deutschland

Eine flexible Frau (The Drifter) von Tatjana Turanskyj, Deutschland

El vuelco del cangrejo (Crab Trap) von Oscar Ruíz Navia, Kolumbien/ Frankreich

Imani von Caroline Kamya, Uganda/Schweden

The Man Beyond the Bridge (Paltadacho Munis) von Laxmikant Shetgaonkar, Indien

One Day (Yǒu yī tiān) von Hou Chi-Jan. Taiwan

Our Fantastic 21st Century (Neo-wa na-eui i-shib-il-seki) von Ryu Hyung-ki, Republik Korea

Portrait of the Fighter as a Young Man (Portretul luptătorului la tinerețe) von Constantin Popescu, Rumänien

Generation Kplus (2)

Knerten von Åsleik Engmark, Norwegen

Bestevenner (Rafiki) von Christian Lo, Norwegen

Generation 14plus (1 oder 2)

Retratos en un mar de mentiras (Portraits In A Sea Of Lies) von Carlos Gaviria, Kolumbien

Sebbe** von Babak Najafi, Schweden

** Der mit ** gekennzeichnete Film qualifiziert sich nicht mehr, falls er beim Göteborg IFF (29.1. – 8.2.10) einen Preis gewinnen sollte.

Berlinale 2010: Internationale Jury für Goldene und Silberne Bären

Unter dem Vorsitz von Werner Herzog entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären sowie des Alfred-Bauer-Preises im Wettbewerb der Berlinale 2010.

Die weiteren Jury-Mitglieder sind Francesca Comencini, Nuruddin Farah, Cornelia Froboess, José Maria Morales, Yu Nan und Renée Zellweger.

Berlinale – Panorama

Das Panorama präsentiert in diesem Jahr 18 Spielfilme im Hauptprogramm, 16 im Panorama Special und 20 in der Reihe Panorama Dokumente. Von den Filmen aus 29 Ländern sind 31 Filme Weltpremieren, 18 sind Erstlingswerke.

Eröffnungsfilme

Das Panorama Hauptprogramm eröffnet am 11. Februar mit dem russischen Film Veselchaki von Felix Mikhailov. Die klandestine Subkultur eines Moskauer Transgenderkabaretts ist Spiegel einer zutiefst homophoben Gesellschaft. Der Blick in die Herkunftsfamilien der Performer zeigt, welcher Anstrengung jedes Einzelnen es bedarf, daran nicht zu zerbrechen. Aber die Protagonisten lernen sich zu wehren.

Panorama Special eröffnet am 12. Februar mit Kawasakiho růže des Tschechen Jan Hřebejk. Er widmet sich einem dunklen Kapitel der jüngeren Geschichte: Korruption, Opportunismus und Pragmatismus nach der Dubček-Ära gehen die unselige Koalition ein, die noch jede Revolution zunichte machte. Der Film entfaltet eine Familiengeschichte, wenn die Tochter dem angesehenen Vater schmerzhafte Fragen stellt. Aber um Wahrheit und Vergebung geht es, nicht um Rache.

Panorama Dokumente zeigt am 12. Februar mit dem Film David Wants To Fly ein Lehrstück über organisierte Verblendung, relevant vor dem Hintergrund aufstrebender Religiösität weltweit. Der junge Berliner Filmemacher David Sieveking begibt sich auf die Suche nach dem tieferen Sinn der Begeisterung seines Idols für Meditation. Dabei gelangt er von Holland über die USA bis Indien und zurück auf den Berliner Teufelsberg.

Themenschwerpunkte

Vergangenheit im Spiegel der Gegenwart spielt im Panorama-Programm eine starke Rolle in Spiel- und Dokumentarfilm. So befinden sich in Son Of Babylon ein Junge und seine Großmutter auf der Suche nach dessen im letzten Golfkrieg verschollenen Vater und entdecken die Gräuel der jüngsten irakischen Geschichte. In Red Hill werden die in der Vergangenheit liegenden verbrecherischen Machenschaften einer rassistischen Polizeimafia aus dem australischen Hinterland ans Tageslicht gezerrt. Ob in der brasilianischen Favela (Bróder!) oder im Leben einer Deutschtürkin in der Türkei (Die Fremde), ob in der taiwanesischen Kleinstadt (Monga), in der französischen Landadelsvilla (L’arbre et la forêt) oder zur Adenauerzeit der jungen Bundesrepublik (Fritz Bauer, Dokumentarfilm): die verheerenden Auswirkungen der Kombination von Pragmatismus, Opportunismus und Korruption werden in einer ganzen Reihe von Filmen deutlich – sei es auf das persönliche Leben der Protagonisten oder auf ganze Gesellschafts-entwicklungen bezogen.

Panorama Dokumente

Neben den politischen Rückblicken wie Shtikat Haarchion, der auf ungeschnittenem Material eines Nazi-Propagandafilms basiert, Red, White & The Green zu den letzten Wahlen im Iran oder Cuchillo de Palo, der das Schweigen in Paraguay über die Homosexuellenverfolgung zur Diktaturzeit bricht, gibt es auch solche der cinematografischen Art: Blank City, in dem sich die US-Avantgarde der 70er und 80er-Jahre versammelt, von Amos Poe bis John Waters, von Urahn Jack Smith über Eric Mitchell und Lizzie Borden bis Richard Kern und Lydia Lunch, die an spektakuläre Berlinale-Auftritte erinnern. Oder Daniel Schmid – Le chat qui pense: eine Hommage an den Schweizer Filmkünstler, in der es ein Wiedersehen mit den Größen des deutschen 70er-Jahre-Kinos gibt, Inspiratoren bis heute: von Fassbinder über Ingrid Caven und Werner Schroeter bis zu Peter Kern. Des Weiteren präsentiert die Reihe Werke über Rock Hudson und seine Rolle als AIDS-Aktivist der ersten Stunde, über Candy Darling, den tragischen Andy Warhol-Superstar und den Film über den legendären, politisch brisanten Broadway-Erfolg des Mart Crowley-Stücks „The Boys In The Band“, das von William Friedkin 1969 verfilmt wurde: Making The Boys.

PanoramaPublikumsPreis PPP

Weit über 20.000 Zuschauer nehmen daran teil und küren ihren Favoriten, der am letzten Tag des Festivals zur Preisverleihung aufgeführt wird. Der Preis wird seit 1999 in Zusammenarbeit mit radioeins und tip Magazin organisiert.

Der 24. TEDDY – Queer Film Award auf der Berlinale wird am Freitag den 19. Februar 2010 in der STATION Berlin vergeben. Das Motto "Mein Name ist Mensch" ist einem Ton Steine Scherben-Song entlehnt: Sänger, Texter und Schauspieler Rio Reiser wird mit einer Hommage geehrt. Der Special TEDDY für das Lebenswerk wird dem Filmemacher und großen Inspirator Werner Schroeter verliehen. www.teddyaward.tv

Es folgt die Titelliste in Ergänzung zur ersten Panorama – Pressemitteilung, die Sie unter www.berlinale.de abrufen können:

PANORAMA HAUPTPROGRAMM

Barriere von Andreas Kleinert, Deutschland (WP)

mit Volkram Zschiesche, Klara Manzel, Jan Dose, Julia Gorr, Matthias Habich

Due Vita per caso (One life maybe two) von Alessandro Aronadio, Italien (WP)

mit Lorenzo Balducci, Isabella Ragonese, Ivan Franek, Sarah Felberbaum

Fucking Different São Paulo von Rodrigo Diaz Diaz, Luiz René Guerra, Sabrina Greve, Joana Galvão, Monica Palazzo, Max Julien, Ricky Mastro, René Guerra, Silvia Lourenço, Gustavo Vinagre, Herman Barck, Luciana Lemos, Elzemann Neves, Deutschland/Brasilien

Propavshyi bez vesty (Missing Man) von Anna Fenchenko, Russische Föderation

mit Andrey Filippack, Rasim Djafarov, Polina Kamanina, Ludmila Geroeva, Yuris Lautsinsh

Red Hill von Patrick Hughes, Australien (WP)

mit Ryan Kwanten, Steve Bisley, Tom E. Lewis

The Owls von Cheryl Dunye, USA (WP)

mit Guinevere Turner, Lisa Gornick, V.S. Brodie

Veselchaki (Jolly Fellows) von Felix Mikhailov, Russische Föderation

mit Renata Litvinova, Ingeborga Dopkunaite, Danila Kozlovsky, Alexey Klimushkin, Alexander Mokhov, Mazia Shalaeva

Zona Sur (Southern District) von Juan Carlos Valdivia, Bolivien

mit Ninón Del Castillo, Pascual Loayza, Nicolás Fernández, Juan Pablo Koria, Mariana Vargas

PANORAMA SPECIAL

Bróder! (Broder!) von Jeferson De, Brasilien

mit Caio Blat, Jonathan Haagensen, Silvio Guindane, Cássia Kiss, Ailton Graça

Die Fremde (When We Leave) von Feo Aladag, Deutschland (WP)

mit Sibel Kekilli, Florian Lukas, Derya Alabora, Tamer Yigit

Mine vaganti (Loose Cannons) von Ferzan Ozpetek, Italien (WP)

mit Riccardo Scamarcio, Nicole Grimaudo, Alessandro Preziosi, Ennio Fantastichini, Lunetta Savino

Monga von Doze, Niu Chen-Zer, Taiwan (WP)

mit Ethan Juan, Mark Chao, Ma Ju-lung, Ko Chia-yen

Open von Jake Yuzna, USA (WP)

mit Gaea Gaddy, Tempest Crane, Morty Diamond, Daniel Luedtke

Paha perhe (Bad Family) von Aleksi Salmenperä, Finnland

mit Ville Virtanen, Lauri Tilkanen, Pihla Viitala

Reinventing Robert Axle von Trent Cooper, USA (WP)

mit Kevin Spacey, Camilla Belle, Heather Graham, Johnny Knoxville, Virginia Madsen

Welcome To The Rileys von Jake Scott, USA (WP)

mit James Gandolfini, Kristen Stewart, Melissa Leo

PANORAMA DOKUMENTE

Arias With A Twist The Movie von Bobby Sheehan, USA (WP)

mit Joey Arias, Basil Twist

Blank City von Céline Danhier, USA

Budrus von Julia Bacha, USA

Cuchillo de palo (108) von Renate Costa, Spanien (WP)

Daniel Schmid – Le chat qui pense von Pascal Hofmann, Benny Jaberg, Schweiz (WP)

mit Ingrid Caven, Werner Schroeter, Renato Berta, Shiguéhiko Hasumi, Bulle Ogier

David Wants To Fly von David Sieveking, Deutschland/Österreich/Schweiz, (WP)

Friedensschlag – Das Jahr der Entscheidung (To Fight For – The Year of Decision) von Gerardo Milsztein, Deutschland (WP)

Fritz Bauer – Tod auf Raten (Death By Instalments) von Ilona Ziok, Deutschland (WP)

I Shot My Love von Tomer Heymann, Israel/Deutschland (WP)

New York Memories von Rosa von Praunheim, Deutschland (WP)

Red, White & The Green von Nader Davoodi, Iran

Rock Hudson – Dark And Handsome Stranger von Andrew Davies, André Schäfer, Deutschland (WP)

Shtikat Haarchion (A Film Unfinished) von Yael Hersonski, Israel

PANORAMA VORFILME

Covered von John Greyson, Kanada

Herbert White von James Franco, USA

mit Michael Shannon

Last Address von Ira Sachs, USA

The Feast Of Stephen von James Franco, USA

mit Remy Germinario, Ty Anania, Louis Anania, Phil Naess, Theo Saluan

Berlinale Special

Als Teil des offiziellen Programms zeigt das Berlinale Special aktuelle Werke zeitgenössischer Filmemacher und besondere Wiederaufführungen von historischen Werken. Alle Filme im Berlinale Special werden bei den Premieren von den eingeladenen Filmemachern persönlich vorgestellt.

„Zum 60. Jubiläum darf sich das Publikum wieder auf ein vielfältiges Programm im Berlinale Special freuen: Wir lernen Friseusen aus Marzahn und Könige kennen, verfolgen Bären und geben uns Tanzträumen hin“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Hauptaufführungsorte sind das Cinema Paris im Institut Français und der Friedrichstadtpalast, in dem die Berlinale Special Gala Screenings präsentiert werden. Als weitere Spielstätten kommen das Kino International und der Zoo Palast hinzu.

Ins diesjährige Berlinale Special sind 22 Filme eingeladen, davon 12 Weltpremieren.

Berlinale Special – Gala Screenings im Friedrichstadtpalast

Boxhagener Platz Deutschland

Von Matti Geschonneck

Mit Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, Meret Becker,

Jürgen Vogel

Weltpremiere

Cosa voglio di piu (What More Do I Want), Italien / Schweiz
Von Silvio Soldini
mit Pierfrancesco Favino, Alba Rohrwacher, Giuseppe Battiston
Weltpremiere

Die Friseuse (The Hairdresser) Deutschland

Von Doris Dörrie (Kirschblüten – Hanami, Erleuchtung garantiert, Bin ich schön?, Keiner liebt mich)

Mit Gabriela Maria Schmeide, Natascha Lawiszus, Ill-Young Kim

Weltpremiere

Henri 4 (Henry of Navarre) Deutschland / Frankreich / Spanien / Österreich

Von Jo Baier

Mit Julien Bosselier, Joachim Król, Hannelore Hoger, Ulrich Noethen

Weltpremiere

Da bing xiao jiang (Little Big Soldier) Volksrepublik China / Hongkong, China

Von Ding Sheng

Mit Jackie Chan, Wang Leehom

Europapremiere

L´Autre Dumas, Frankreich/Belgien

Von Safy Nebbou

Mit Gérard Depardieu, Benoît Poelvoorde, Dominique Blanc, Mélanie Thierry

Internationale Premiere

Metropolis Deutschland

Von Fritz Lang

Mit Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, musikalische Leitung Frank Strobel

Weltpremiere der restaurierten Fassung

Tanzträume Deutschland

Dokumentarfilm von Anne Linsel und Rainer Hoffmann

Mit Pina Bausch

Weltpremiere

BIRTHDAY SPECIAL

Nine USA

Von Rob Marshall

Mit Daniel Day-Lewis, Marion Cotillard, Penélope Cruz, Judi Dench, Stacy Ferguson, Kate Hudson, Nicole Kidman und Sophia Loren

Berlinale Special – im Cinema Paris im Institut Français

How Much Does Your Building Weigh, Mr. Foster? Großbritannien/ Spanien

Dokumentarfilm von Norberto Lopez und Carlos Carcas

Mit Lord Foster

Weltpremiere

Ingelore USA

Dokumentarfilm von Frank Stiefel

Mit Ingelore Herz Honigstien, Hanna Schwamborn

Internationale Premiere

Kinshasa Symphony, Deutschland

Dokumentarfilm von Claus Wischmann und Martin Baer

Mit Musikern des Orchestre Symphonique Kimbanguiste

Weltpremiere

Michel Ciment, le cinema en partage (Michel Ciment, The Art Of Sharing Movies) Frankreich

Dokumentarfilm von Simone Lainé

Internationale Premiere

Moloch Tropical, Frankreich/ Haiti

Von Raoul Peck

Mit Zinedine Soualem, Sonia Rolland, Mireille Métellus, Nicole Dogué

Europapremiere

Nuremberg: Its Lesson For Today USA 1948

[The 2009 Schulberg/Waletzky Restoration]

Von Stuart Schulberg

Deutschlandpremiere

Peepli Live Indien

Von Anusha Rizvi

Mit Omkar Das, Raghubir Yadav, Shalini Vatsa, Farukh Jaffer, Nawazuddin Siddiqui, Malaika Shenoy, Vishal Sharma

Europapremiere

S.O.S./State of Security USA

Dokumentarfilm von Michèle Ohayon

Mit Richard Clarke

Weltpremiere

Berlinale Special – im Kino International:

L´Illusionist Großbritannien / Frankreich

Animationsfilm von Sylvain Chomet (Les triplettes de Belleville)

Weltpremiere

Revolución Mexiko

Kompilationsfilm von Mariana Chenillo, Patricia Riggen, Fernando Eimbcke, Amat Escalante, Gael García Bernal, Rodrigo García, Diego Luna, Gerardo Naranjo, Rodrigo Plá, Carlos Reygadas

Weltpremiere

Spur der Bären

60 Jahre Berlinale Deutschland

Ein Dokumentarfilm von Hans-Christoph Blumenberg und Alfred Holighaus

Regie: Hans-Christoph Blumenberg

Weltpremiere

Welt am Draht (World on a Wire) Deutschland 1973

Von Rainer Werner Fassbinder

Mit Klaus Löwitsch, Mascha Rabben, Adrian Hoven, Ivan Desny

Kinopremiere der restaurierten Fassung

Berlinale Special – im Zoo Palast Kino 4

Su Qi Er (True Legend) Volksrepublik China / Hong Kong, China

Von Yuen Woo Ping

Mit Vincent Zhao, Zhou Xun, Andy On, Guo Xiaodong

Europapremiere

Weitere Konkurrenten im Wettbewerb um den Goldenen Bären 2010

26 Filme werden ins Wettbewerbsprogramm der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin eingeladen. Nach den sieben bereits veröffentlichten Titeln sind inzwischen 18 weitere Filme bestätigt. Diese Produktionen kommen aus Argentinien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Norwegen, Österreich, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, USA, Volksrepublik China. Das komplette Programm wird am 1. Februar vorgestellt.

Die Filme feiern ihre Weltpremiere oder Internationale Premiere im Wettbewerb der 60. Berlinale:

Caterpillar Japan

Von Koji Wakamatsu (Secrets Behind The Wall, Sex Jack, Go Go Second Time Virgin, Ecstasy of the Angels, United Red Army)

Mit Shinobu Terajima, Shima Ohnishi

Weltpremiere

En Familie (A Family) Dänemark 

Von Pernille Fischer Christensen (En soap, Silberner Bär 2006, Dansen)

Mit Jesper Christensen, Lene Maria Christensen, Pilou Asbæk , Anne

Louise Hassing

Weltpremiere

En ganske snill mann (A Somewhat Gentle Man) Norwegen

Von Hans Petter Moland (The Beautiful Country, Aberdeen, Gymnaslærer Pedersen)

Mit Stellan Skarsgård, Jannike Kruse Jåtog, Jan Gunnar Røise

Weltpremiere

Eu când vreau să fluier, fluier (If I Want To Whistle, I Whistle)

Rumänien/Schweden

Von Florin Şerban – Debütfilm

Mit George Piştereanu, Ada Condeescu, Clara Vodă, Mihai Constantin

Weltpremiere

Greenberg USA

Von Noah Baumbach (Margot at the Wedding, The Squid and the Whale,

Mr. Jealousy)

Mit Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh

Weltpremiere

Howl USA

Von Rob Epstein, Jeffrey Friedman

(Common Threads: Stories from the Quilt, Celluloid Closet, Paragraph 175)

Mit James Franco, Jon Hamm, David Strathairn, Mary-Louise Parker

Internationale Premiere

Jud Süß – Film ohne Gewissen Deutschland/Österreich

Von Oskar Roehler (Elementarteilchen, Der alte Affe Angst, Die Unberührbare)

Mit Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Justus von Dohnanyi, Armin Rohde

Weltpremiere

Kak ya provel etim letom (How I Ended This Summer) Russische Föderation

Von Alexei Popogrebsky (Prostye veshchi – Simple Things, Koktebel – Roads to Koktebel)

Mit Grigory Dobrygin, Sergei Puskepalis

Weltpremiere

Mammuth Frankreich

Von Benoît Delépine, Gustave de Kervern (Aaltra, Louise-Michel)

Mit Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Isabelle Adjani, Miss Ming

Weltpremiere

Otouto (About Her Brother) Japan – Abschlussfilm

Von Yoji Yamada (Kabei, Love and Honor)

Mit Sayuri Yoshinaga, Tsurube Shofukutei, Yu Aoi, Ryo Kase

Internationale Premiere / Außer Konkurrenz

Please Give USA

Von Nicole Holofcener (Walking and Talking, Lovely & Amazing, Friends with Money)

Mit Catherine Keener, Amanda Peet, Oliver Platt, Rebecca Hall, Sarah Steele, Ann Guilbert

Internationale Premiere / Außer Konkurrenz

Rompecabezas (Puzzle) Argentinien/Frankreich

Von Natalia Smirnoff – Debütfilm

Mit Maria Onetto, Gabriel Goity, Arturo Goetz, Henny Trailes

Weltpremiere

San qiang pai an jing qi (A Woman, A Gun And A Noodle Shop) Volksrepublik China

Von Zhang Yimou (Hong gao liang – Red Sorghum, Wo de fu qin mu qin – The Road Home, Ying xiong – Hero)

Mit Sun Honglei, Xiao Shenyang, Yan Ni

Internationale Premiere

Shahada Deutschland

Von Burhan Qurbani – Debütfilm

Mit Maryam Zaree, Carlo Ljubek, Jeremias Acheampong, Sergej Moya

Weltpremiere

Submarino Dänemark

Von Thomas Vinterberg (Festen, Dear Wendy, It’s All About Love)

Mit Jakob Cedergren, Peter Plaugborg, Patricia Schumann, Gustav Fischer Kjærulff, Morten Rose

Weltpremiere

The Kids Are Alright USA/Frankreich

Von Lisa Cholodenko (Dinner Party, High Art, Laurel Canyon, Cavedweller)

Mit Julianne Moore, Annette Benning, Mark Ruffalo

Internationale Premiere / Außer Konkurrenz

The Killer Inside Me USA/Großbritannien

Von Michael Winterbottom (The Road to Guantanamo, In This World, A Mighty Heart)

Mit Casey Affleck, Jessica Alba, Kate Hudson

Internationale Premiere

Tuan Yuan (Apart Together) Volksrepublik ChinaEröffnungsfilm

Von Wang Quan’an (Tuyas Hochzeit, Goldener Bär 2007)

Mit Lisa Lu, Ling Feng, Xu Caigen, Monica Mo, Ma Xiaoqing

Weltpremiere 

Spannende Entdeckungen im „Forum“ der Berlinale 2010

Das Forum der Berlinale versammelt in seinem 40. Jahr Filme, die sensibel auf die Zeitstimmung reagieren. Selten fand man in Spiel- und Dokumentarfilmen so viele Menschen in unauflöslichen Konflikten gefangen, vor lebenswichtige Entscheidungen gestellt und mit Abgründen konfrontiert wie in der diesjährigen filmischen Auslese.

Spannend, vielseitig und in dieser Stärke überraschend ist die Präsenz des einheimischen Filmschaffens im Programm. Angela Schanelec gelingt in Orly das Kunststück, ein intimes Kammerspiel an einem Ort der Hektik zu inszenieren. Die Abflughalle des Pariser Flughafens Orly dient als Hintergrund für ein Mosaik persönlicher Geschichten, kleiner Dramen und existenzieller Konflikte. Tatjana Turanskyjs Langfilmdebüt Eine flexible Frau porträtiert mit Gespür für subtile Komik eine Frau von Anfang vierzig, die ihren Job als Architektin verliert, aber nicht gewillt ist, sich dem Druck der Hartz-IV-Gesellschaft zu beugen.

Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechens handelt von der russischen Unterwelt, allerdings mitten im Berliner Westen. Als Fernsehserie konzipiert, ist das achtstündige Mammutwerk vor allem ein gewagtes Epos über Pflicht und Schuld und über die Schwierigkeit, sich in einer Welt zu behaupten, die den Platz des Einzelnen über seine Herkunft definiert. Nicht aus ihrer Haut kann auch die Hauptfigur in Thomas Arslans neuem Spielfilm Im Schatten, in dem ein aus dem Gefängnis entlassener Räuber seinen letzten Coup vorbereitet und sich dabei eines durch und durch korrupten Polizisten erwehren muss.

Indem sie sich klassische Elemente des Gangsterdramas aneignen, stehen Arslan und Graf für den Trend, die Regeln des Genre-Kinos eigenwillig anzuwenden. So erzählt auch der französische Spielfilm Indigène d’Eurasie des litauischen Regisseurs Sharunas Bartas von einem Gangster, der eine Odyssee quer durch Europa antritt. Die Verfolgungsjagd über einen Kontinent voller Gegensätze gerät dabei zur düsteren Zukunftsvision. Der türkische Regisseur Tayfun Pirselimoğlu suggeriert uns in Pus einen Kriminalplot um einen Auftragsmord, in dessen Schatten er ein lakonisches Drama vom Leben und Sterben an der Peripherie Istanbuls erzählt.

Die dokumentarischen Arbeiten des diesjährigen Forums decken ein weites Spektrum filmischer Formen und Themen ab. Der Schweizer Beitrag Aisheen [Still Alive in Gaza] von Nicolas Wadimoff zeichnet ein ungeschminktes Bild vom Alltag an einem abgeriegelten Ort. Die Amerikanerin Laura Poitras gewinnt in The Oath außergewöhnliche Innenansichten aus dem militanten Islamismus. Und der Kanadier Jean-François Caissy beobachtet in La belle visite das Leben in einem ehemaligen Motel, das zum Altenheim umgebaut wurde.

Die Berliner Filmemacherin Gamma Bak macht sich und ihre psychotische Erkrankung in dem essayistischen Film Schnupfen im Kopf mutig selbst zum Sujet. Philip Scheffners Der Tag des Spatzen handelt vom trügerischen Frieden in einem Land, das anderswo Krieg führt. Auch Aljoscha Weskott und Marietta Kesting geht es in Sunny Land um trügerische Oberflächen. Ihr dokumentarischer Filmessay ist eine Zeitreise ins Südafrika der Apartheid, ins Entertainment-Paradies „Sun City“, das dabei zu einer globalen Metapher wird.

Insgesamt vier Regiedebüts aus Korea und Taiwan beschäftigen sich auf unterhaltsame Weise mit einer Generation, der die Zukunft gehören sollte. In Au revoir Taipei verwickelt Regisseur Arvin Chen einen jungen Mann, der ebenso eifrig wie erfolglos Französisch büffelt, um der Angebeteten nach Paris zu folgen, in eine Gangstergeschichte voll absurder Situationskomik. Auch So Sang-min interessiert sich in I’m in Trouble! vor allem für die komischen Seiten männlicher Liebesbeweise und schubst einen erfolglosen Poeten von einem Fauxpas zum nächsten.

Das 40. Forum der Berlinale zeigt insgesamt 34 Filme im Hauptprogramm, davon 19 als Welt- und 12 als internationale Premiere. Im Rahmen seiner Special Screenings präsentiert die Sektion in diesem Jahr eine drei Filme umfassende Hommage an den hierzulande noch zu entdeckenden Regisseur Shimazu Yasujiro, der als Modernisierer des japanischen Kinos der Vorkriegszeit gilt.

Zum Jubiläumsprogramm „4 Jahrzehnte Forum“ folgt eine separate Pressemitteilung.

Die Filme des 40. Forums im Rahmen des offiziellen Programms der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin:

A Crowd of Three (Kenta to Jun to Kayo chan no kuni) von Omori Tatsushi, Japan (IP)

Aisheen [Still Alive in Gaza] von Nicolas Wadimoff, Schweiz/Katar/Frankreich (WP)

Au revoir Taipei (Yī yè Tái běi) von Arvin Chen, Taiwan/USA/Deutschland (WP)

La belle visite von Jean-François Caissy, Kanada (IP)

Bibliothèque Pascal von Szabolcs Hajdu, Ungarn/Deutschland (IP)

Black Bus (Soreret) von Anat Yuta Zuria, Israel (IP)

La bocca del lupo von Pietro Marcello, Italien (IP)

Congo in Four Acts von Dieudo Hamadi, Divita Wa Lusala, Patrick Ken Kalala, Kiripi Katembo Siku, Demokratische Republik Kongo/Südafrika (WP)

Crossing the Mountain (Fān shān) von Yang Rui, Volksrepublik China (WP)

Double Tide von Sharon Lockhart, USA/Österreich (IP)

Eine flexible Frau von Tatjana Turanskyj, Deutschland (WP)

El recuento de los daños (The Counting of the Damages) von Inés de Oliveira Cézar, Argentinien (WP)

El vuelco del cangrejo (Crab Trap) von Oscar Ruíz Navia, Kolumbien/Frankreich (EP)

Fin (End) von Luis Sampieri, Spanien (WP)

Im Schatten von Thomas Arslan, Deutschland (WP)

I’m in Trouble! (Na-neun gon-kyeong-e cheo-haet-da!) von So Sang-min, Republik Korea (IP)

Imani von Caroline Kamya, Uganda/Schweden/Kanada (WP)

Indigène d’Eurasie (Native of Eurasia) von Sharunas Bartas, Frankreich/Litauen/Russische Föderation (WP)

Kanikōsen von Sabu, Japan (EP)

The Man Beyond the Bridge (Paltadacho Munis) von Laxmikant Shetgaonkar, Indien (EP)

The Oath von Laura Poitras, USA (IP)

One Day (Yǒu yī tiān) von Hou Chi-Jan, Taiwan (WP)

Orly von Angela Schanelec, Deutschland/Frankreich (WP)

Our Fantastic 21st Century (Neo-wa na-eui i-shib-il-seki) von Ryu Hyung-ki, Republik Korea (IP)

Portrait of the Fighter as a Young Man (Portretul luptătorului la tinereţe) von Constantin Popescu, Rumänien (WP)

Pus (Haze) von Tayfun Pirselimoğlu, Türkei/Griechenland (WP)

Putty Hill von Matthew Porterfield, USA (WP)

Sawako Decides (Kawa no soko kara konnichi wa) von Ishii Yuya, Japan (IP)

Schnupfen im Kopf von Gamma Bak, Deutschland/Ungarn (WP)

Sona, the Other Myself (Sona, mō hitori no watashi) von Yang Yonghi, Japan/Republik Korea (WP)

Sunny Land von Aljoscha Weskott, Marietta Kesting, Deutschland/Südafrika (WP)

Der Tag des Spatzen von Philip Scheffner, Deutschland (WP)

Winter’s Bone von Debra Granik, USA (IP)

Ya (I am) von Igor Voloshin, Russische Föderation (IP)

Special Screenings

Antonio das Mortes (O Dragão da Maldade contra o Santo Guerreiro) von Glauber Rocha, Brasilien

Boris Lehman et ses amis – Drei Kurzfilme von Boris Lehman

Retouches et réparations von Boris Lehman, Belgien (WP)

Choses qui me rattachent aux êtres von Boris Lehman, Belgien (WP)

Un peintre sous surveillance von Boris Lehman, Belgien

Im Angesicht des Verbrechens von Dominik Graf, Deutschland (WP)

Kyoto Story (Kyōto Uzumasa monogatari) von Yoji Yamada, Tsutomu Abe, Japan (WP)

Nénette von Nicolas Philibert, Frankreich (WP)

Word is Out – Stories of Some of Our Lives von Rob Epstein, USA

The Lights of Asakusa (Asakusa no tomoshibi) von Shimazu Yasujiro, Japan

So Goes My Love (Ai yori ai e) von Shimazu Yasujiro, Japan

The Trio’s Engagement (Konyaku sanbagarasu) von Shimazu Yasujiro, Japan