Archiv der Kategorie: Berliner Theater

„Warten auf Godot“ am DT: Samuel Finzi und Wolfram Koch als traurige Clowns in Endlosschleife

Wie soll man Warten auf Godot, Samuel Becketts Klassiker des absurden Theaters, heute inszenieren? Heerscharen von Literatur- und Theaterwissenschaftlern beißen sich seit Jahrzehnten an der Frage die Zähne aus, wie dieses wohl berühmteste Anti-Drama des Literaturnobelpreisträgers zu interpretieren ist. Ging es Beckett um die Auseinandersetzung mit der Religion, die Suche nach Gott, die Theodizee-Frage? Oder arbeitet Beckett mit diesem Stück seine Jahre bei der Résistance im von den Nazis besetzten Frankreich auf, wie manche Forscher vermuten?

Regisseur Ivan Panteleev
lässt diese Frage dahingestellt. Er setzt auf seine beiden Hauptdarsteller, das Duo Samuel Finzi und Wolfram Koch aus der Gotscheff-Theaterfamilie, die an diesem Abend tun, was sie am besten können: Fast ganz ohne Requisiten beharken sie sich auf der abschüssigen Rampe rund um den Krater als traurige Clowns. Das Warten auf Godot wird zur Reflexion über die Leere und das Nichts, unterbrochen von virtuosen Slapstick-Nummern.

Im Publikum gehen die Meinung auseinander: der Regiestil dieser Inszenierung wird von den einen begeistert beklatscht, andere winken gähnend ab und zeigen sich lieber schon nach einer halben Stunde Kinderfotos auf ihren Smartphones. Jede Anspielung auf die zerdehnte Zeit, das vergebliche Warten und die aufkommende Langeweile von Wladimir und Estragon auf der Bühne wird von ironisch vor sich hin gemurmelten, zustimmenden Zuschauerkommentaren begleitet. Dieser Abend zieht sich trotz seiner Dauer von etwas mehr als zwei Stunden ziemlich in die Länge.

Einer wäre wohl sehr begeistert von dieser Inszenierung: Dimiter Gottscheff, der während der Vorarbeiten zu diesem Stoff an den Folgen seiner Suchterkrankung starb, so dass sein langjähriger Weggefährte Panteleev die Arbeiten abschließen musste. Ihm ist diese Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Deutschen Theaters Berlin gewidmet. Mit der Einladung zum Theatertreffen 2015 verneigt sich die Jury ein zweites Mal vor Gotscheff, dessen letzte Münchner Inszenierung Zement nach Heiner Müller das Festival im vergangenen Jahr eröffnete.

Warten auf Godot von Samuel Beckett. – Regie: Ivan Panteleev. – Für Dimiter Gotscheff. – Premiere bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen am 5. Juni 2014, am Deutschen Theater Berlin am 28. September 2014. – Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2015. – Ca. 2 Stunden 20 Minuten

„Ödipus der Tyrann“: Castellucci und Hölderlin über das Scheitern der Kommunikation

„Es ist nötig, mit den dunklen Energien in Verbindung zu treten, die sich nicht vom Licht erhellen lassen.“ Düstere, raunende Sätze wie dieser finden sich reihenweise in dem Interview, das Regisseur Romeo Castellucci mit seinem Dramaturgie-Team Florian Borchmeyer und Piersandra di Matteo für das Programmheft zu Ödipus der Tyrann geführt hat. „Das sind unbezwingbare Kräfte. Deswegen muss man das Gebiet des Illustrativen und des psychologischen Dramas komplett verlassen.“

Nach dieser programmatischen Vorrede ist es nicht überraschend, dass er das Publikum mit einem „hermetischen“ und „statuarischen“ Abend, so die beiden meistgebrauchten Adjektive in den Besprechungen zu Castelluccis dritter Hölderlin-Arbeit, konfrontiert. Der Beginn wirkt ähnlich kontemplativ wie Philipp Grönings Dokumentarfilm Die große Stille. Auf nur fahl ausgeleuchteter Bühne vollzieht sich der Alltag eines Nonnenklosters zwischen Gesang und Gebet, Weihrauch, Mahlzeiten und Pflege einer todkranken Schwester. Die Stoßseufzer á la „Oh Mann“ und „Ach je“ häufen sich in den Zuschauerreihen.

Nach einer halben Stunde bricht ein Fremdkörper in die Enge des Klosterlebens ein: Gast-Star Angela Winkler findet unter einem Bett Hölderlins Übersetzung des Ödipus von Sophokles. Die Bühne öffnet sich zu einer lichtdurchfluteten Kultstätte, Ursina Lardi (Ödipus) und Jule Böwe (Kreon) sprechen in den folgenden Szenen die Verse aus Hölderlins kryptisch-dunkler Nachdichtung, die nicht nur wegen ihrer Übersetzungsfehler umstritten ist (mehr dazu in einem Aufsatz von Jochen Schmidt im Programmheft). Dieser radikale Bruch ist ein zentraler Teil von Castelluccis verkopftem Konzept: „Der Körper und der Antikörper befinden sich am selben Ort. Den Oedipus-Text in ein Kloster zu verlegen, ist ein Weg, auf dem Tiger des Widerspuchs zu reiten, das optische Instrument zu wechseln, mit dem man auf das Objekt blickt. Die Bilder durch die Bilder zu überspringen.“ Durch die Überblendung von antiker Mythologie und christlich-katholischer Ikonographie entstehe ein „doppelter Code, der sich ständig spiegelt“, führt Castellucci in dem eingangs erwähnten Interview aus.

Die Tragödie nimmt ihren Lauf, im Publikum weitere Seufzer und ratlose Blicke, auf der Bühne wird ein Video des Regisseurs eingespielt, der sich mit einem Spray selbst die Augen verletzt, zum Spiegel wankt und die Hilfe eines Sanitäters braucht – eine offensichtliche Anspielung auf Ödipus, der sich die Augen aussticht. Bevor sich der Vorhang senkt, erleben wir amorphe, adipöse Körper. Castellucci erklärt dazu: Sie sind „Massen ohne Mund, haben nur Öffnungen zur Ausscheidung, und dennoch bemühen sie sich, die Worte zu artikulieren. Doch was sie von sich geben, scheinen bloße Darmgeräusche zu sein. Durch sie nimmt eine Rückkehr zum Unbestimmten Gestalt an, schrecklich und sehnsuchtsvoll zugleich.“ Sie sollen „auf den strukturellen Kollaps der Tragödie, des Logos“ verweisen.

Die Reaktionen blieben nach der zweiten Aufführung am Samstag verhalten: viele regungslose Gesichter und Hände, als die Schauspielerinnen zum Schlussapplaus kamen.

Ödipus der Tyrann nach Sophokles/Friedrich Hölderlin. – Regie: Romeo Castellucci. – Ca. 2 Stunden ohne Pause. – Premiere an der Schaubühne: 6. März 2015

Studie über Macht und Gewalt: die Lars-Eidinger-Show „Richard III.“

Eine starke erste Szene: Thomas Ostermeier lässt den Hofstaat eine wilde Party feiern. Schöne Menschen lachen, trinken und flirten zur Musik des Schlagzeugers Thomas Witte. Nur einer fühlt sich ausgestoßen: Als buckliger Fremdkörper schiebt sich Lars Eidinger in der Titelrolle als Richard III. durch das Getümmel: er wird demonstrativ ignoriert und fühlt sich gekränkt. Schließlich haben es das Herrscherhaus und die feierwütigen Hofschranzen vor allem seinen Intrigen zu verdanken, dass Rivalen ausgeschaltet wurden und sie das Leben und die Macht genießen können.

Lars Eidinger hinkt in die Mitte des im Stil der Shakespeare-Zeit neu geschaffenen Globe in der Apsis der Berliner Schaubühne. Er schnappt sich das von der Decke baumelnde Mikro und sinnt auf Rache: „Von der Natur um Bildung falsch betrogen, entstellt, verwahrlost, (…) bin ich gewillt ein Bösewicht zu werden“. In den restlichen zweieinhalb Stunden ist Lars Eidinger das unumstrittene Zentrum des Abends.

Schon in Shakespeares Dramen-Text ist es angelegt, dass alle anderen von Richard nur als Schachfiguren benutzt werden. Potentielle Rivalen lässt er eiskalt beseitigen, Frauen sind nur Trophäen und mit seinen Mitstreitern schließt er Zweckbündnisse, bis auch ihre Köpfe rollen. Hervorragende Mitglieder des Schaubühnen-Ensembles wie Moritz Gottwald (als Birmingham) oder Eva Meckbach (als Elizabeth) bleiben in ihren Nebenrollen geradezu zwangsläufig blasser als wir es von ihnen gewohnt sind.

Der Star des Abends ist also Lars Eidinger, das Aushängeschild der Bühne am Kudamm. In einigen Kritiken wurde ihm vorgerworfen, dass seiner Interpretation des Richard die Tiefe fehlt und er nur eine Show abzieht. Irene Bazinger warf ihm in der FAZ vor, dass sich seine Performance in „zirzensischem Brimborium, fataler Gedankenleere und effekthascherischer Aufgeblasenheit“ erschöpft. Zugegeben: er zieht sich ebenso wie Christoph Gawenda – man möchte fast schreiben – selbstverständlich wieder aus, als er am Sarg ihres ermordeten Mannes um Lady Anne (Jenny König) wirbt. Ja, er spielt wieder sehr körperbetont, vor allem bei seinem Fecht-Solo am Ende, bevor er – wie in einer Einar Schleef-Inszenierung – kopfüber von dem Haken baumelt, an dem bisher das Mikro befestigt war. Und ja, er liefert eine Rap-Einlage, die eher in die Kategorie Kabinettstücken als dramaturgisch stimmig fällt. Es mag auch sein, dass Eidinger den Richard anders anlegt als Gert Voss mit „aasigem Charme“ in Peymanns Inszenierung am Wiener Burgtheater oder Kevin Spacey als „Bluthund, als Reiß- und Leitwolf“ am Old Vic in London, wie Peter von Becker im Tagesspiegel anmerkte.

Dennoch finde ich diesen Auftritt von Lars Eidinger als Richard III. gelungen: Wie er seine willigen Helfer kalt lächelnd abserviert, sobald sie ihm nicht mehr nützlich sind; wie er sich als frommer, demütiger Gottesmann gibt, der sich sehr lange bitten lässt, bis er den Thron und die Krone übernimmt; wie er das Publikum in seinen Monologen an seinen Plänen und Gedanken teilhaben lässt: das ist schauspielerisch überzeugend und dicht inszeniert, so dass auch pausenlose 150 Minuten nicht langatmig wirken.

Vor allem wird aber an Ostermeiers und Eidingers Richard III. deutlich, was Jan Philipp Reemtsma in seiner sozialwissenschaftlichen Studie Vertrauen und Gewalt (2008) an diesem Stoff faszinierte: Die Hauptfigur versteht es perfekt, mit geschickten Intrigen, klugen ad-hoc-Bündnissen und kaltschnäuziger Brutalität nach der Macht zu greifen. Aber er scheitert daran, stabile Bündnisse zu schliessen, um seine Macht dauerhaft zu legitimieren und abzusichern.

Shakespeares Richard III. ist neben Macchiavellis Der Fürst eine der wichtigen Studien über das Verhältnis von Macht und Gewalt aus der Ära, als die Fundamente der modernen Staatlichkeit gelegt und ihre Prinzipien ausgehandelt wurden. Nach Marius von Mayenburgs Übersetzung gelang Ostermeier eine überzeugende Inszenierung, die aus meiner Sicht zu den stärkeren Abenden dieser Spielzeit zählt.

Richard III. von William Shakepeare. – Regie: Thomas Ostermmeier. – Ca. 2 Stunden 30 Minuten. – Premiere an der Schaubühne: 7. Februar 2015

Marianna Salzmanns „Wir Zöpfe“ am Gorki: schwächer als gewohnt

„Soll das jetzt ein Witz sein?“ – „Am besten gar nicht weiter darüber nachdenken.“

Dieser Dialog der Figuren beim weihnachtlichen Familientreffen fasst den Wir Zöpfe-Abend am Gorki sehr gut zusammen. Marianna Salzmann hat mit Muttersprache Mameloschn, das wegen großen Publikumsinteresses von der Box des Deutschen Theaters in die größeren Kammerspiele umzog, und mit Schwimmen lernen im Gorki Studio bewiesen, dass sie geistreiche und witzige Stücke zu aktuellen Themen schreiben kann.

Leider ist von diesem Talent bei ihrem neuen Text Wir Zöpfe, der bei der Literaturwerkstatt Rauş – Neue deutsche Stücke in Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Naunynstraße entstanden ist, wenig zu erkennen. Die 90 Minuten über dysfunktionale Familien, Abtreibungen und hässliche Seiten Berlins ziehen sich fad dahin.

Mittendrin schickt die Regisseurin Babett Grube Dimitrij Schaad auf die Bühne. Er spielt Ljubov, das abgetriebene Kind mit Zöpfen, in häufig wechselnden Kostümen: mal im Strampelanzug, mal mit Strumpfhosen in knalligen Farben. Schaad feuert eine Salve meist flacher Witze ins Parkett, die zum großen Teil sehr zynisch die Grenzen guten Geschmacks und politischer Korrektheit austesten. Eine Minderheit nach der anderen bekommt unter halb-irritiertem, halb-belustigtem Höhöhö einiger Zuschauer eine verbale Breitseite ab. So kam wenigstens etwas Schwung in die Vorstellung, der ansonsten völlig fehlte.

Fazit: Das Theater des Jahres hat einige sehenswerte Abende im Repertoire, diese Inszenierung gehört nicht dazu.

Wir Zöpfe von Marianna Salzmann. – Regie: Babett Grube. – Ca. 90 Minuten. – Uraufführung: 4. Februar 2015

Stefan Puchers „Was ihr wollt“ am DT ohne Biss

William Shakespeares Was ihr wollt kommt auf den ersten Blick als unterhaltsame Verwechslungs- und Verwandlungskomödie daher. Der Text hat aber einige Widerhaken: Die Vehemenz, mit der Shakespeare das heteronormative Weltbild in Frage stellt und seine Figuren mit Geschlechterrollen spielen lässt, war 1602 revolutionär und ist auch 2015 noch bemerkenswert.

Stephan Greenblatt aus Harvard, einer der bekanntesten Shakespeare-Forscher, analysiert in seinem lesenswerten Essay Dichtung und Reibung (1990), das auszugsweise im Programmheft abgedruckt ist, die Grenzüberschreitungen von Viola, die sich als Cesario verkleidet. Damit kitzelt Shakespeare nicht nur homoerotische Gefühle bei Gräfin Olivia, sondern provoziert mit dem skandalträchtigen Flirt auch sein damaliges Publikum.

Neben den Geschlechterrollen werden auch die Standesgrenzen in Frage: die Gräfin verliebt sich in den vermeintlichen Pagen, dessen adelige Herkunft erst ganz am Ende ans Licht kommt. Um diese doppelte Attacke auf gesellschaftliche – sexuelle und standesrechtliche – Normen abzufedern, muss Shakespeare am Ende einige Volten schlagen und einen verschollen geglaubten Zwillingsbruder aus dem Hut zaubern. Die traditionelle Ordnung scheint wieder im Lot.

Die dritte Provokation des Stücks ist, dass Gräfin Orsina (gespielt von Susanne Wolff) in wesentlichen Punkten der Königin Elisabeth I. ähnelt: wohlhabende, unabhängige Frauen, die sich bewusst gegen die Ehe entscheiden.

Dieser Sprengstoff des Stücks wurde sowohl im Programmheft als auch bei der Einführung der Dramaturgin Juliane Koepp ausführlich angesprochen, in Stefan Puchers Inszenierung ist aber kaum noch etwas davon zu spüren und zu erkennen. Eine kleine Anspielung auf den gendertheoretischen Hintergrund des Stoffs erlaubt sich das Ensemble kurz vor Schluss, als die Kostüme der Schauspielerinnen männliche Konturen zeigen und umgekehrt.

Ansonsten schleppen sich die zwei Stunden recht bemüht dahin, die Neuübersetzung von Jens Poselt freut sich an zotigem Humor. Die Szenen mit Sir Toby Rülps (Christoph Franken) und seinem Kumpan Sir Andrew Backenfahl (Bernd Moss) gehen in unnuanciertem Klamauk unter und ernten kaum Lacher. Wolfram Koch schlüpft in die Rolle von Olivias Haushofmeister Malvolio, der erst zur Witzfigur und dann zum Objekt von SM-Phantasien wird, bis er nach dem letzten Vorhang noch mal an die Rampe tritt und sich beklagt, dass er eine so lächerliche Rolle spielen musste.

Stefan Puchers neue Regiearbeit bleibt weit unter dem Niveau gelungenerer Inszenierungen wie Hedda Gabler und Elektra.

Was ihr wollt von William Shakespeare. – Regie: Stefan Pucher. – 2 Stunden ohne Pause. – Premiere am Deutschen Theater Berlin: 27. Februar 2015

Gregor Gysi und Günther Jauch fassen sich bei der Gesprächsreihe am Deutschen Theater mit Samthandschuhen an

Für Günther Jauch, Wunsch-Bundespräsident vieler Deutscher und journalistische Allzweck-Waffe des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens, machte Gregor Gysi eine Ausnahme. Seine monatliche Matinee Gysi trifft Zeitgenossen wurde am Deutschen Theater Berlin extra vom üblichen Termin sonntags um 11 Uhr auf Donnerstag Abend vorverlegt, um Jauch nicht von der Vorbereitung seiner abendlichen Talk-Runde nach dem Tatort abzuhalten. Vielleicht klappt es demnächst auch mit einem Gegenbesuch: Jauch meckerte, dass Gysi sich seit Jahren ziert, als Kandidat bei der ca. halbjährlich stattfindenen Promi-Ausgabe von Wer wird Millionär? anzutreten und sich mit immer kreativeren Ausreden herauswindet.

Bis auf kleine Spitzen wie diese fassten sich der Talkmaster und der Berufspolitiker nur mit Samthandschuhen an. Brav gingen sie die Stationen von Jauchs Karriere durch: in West-Berlin als Sohn des Korrespondenten der Katholischen Nachrichtenagentur aufgewachsen, schloss er die Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München als damals jüngster Absolvent ab und sammelte erste Erfahrungen in den Sport- und Politik-Ressorts des Bayerischen Rundfunks. Im Bonner Hauptstadtbüro arbeitete sich Jauch während der frühen Kohl-Ära durch alle Themen, an denen die älteren Kollegen kein Interesse hatten. Die beschauliche Stadt am Rhein war aber keineswegs Jauchs erste Wahl, sondern ein Trostpflaster für den geplatzten Traum einer Stelle im Londoner Büro, die aber als Versorgungsposten für einen altgedienten Kollegen genutzt wurde. Deshalb ließ sich Jauch darauf ein, bald wieder zurück nach München zu gehen und mit seinem alten Kumpel Thomas Gottschalk eine gemeinsame Radio-Unterhaltungsshow zu moderieren. Das Showmaster-Duo legte mit frechen Sprüchen den Grundstein zu steilen Karrieren und Jauch etablierte seinen Ruf als Generalist mit drei Standbeinen (Politik, Unterhaltung und Sport).

Etwas emotionaler wurde das Gespräch, als der Potsdamer Fernseh-Star auf sein mehrfaches Anecken in Sender-Hierarchien angesprochen wurde: er sei als Moderator beim ZDF-heute-journal im Gespräch gewesen, aber die Gremien hätten am Ende Sigmund Gottlieb mit seiner eindeutigen Nähe zur Union dem parteipolitisch unabhängigen und somit unberechenbareren Jauch vorgezogen. Der Rauswurf beim ZDF-Sportstudio sei ihm per Fax zugestellt worden. Die schwierigen Verhandlungen mit den ARD-Gremien um die Konditionen seiner Politik-Plauderrunde im Ersten bestimmten jahrelang die Schlagzeilen, nach dem Scheitern in einem ersten Anlauf zog Jauch im SPIEGEL-Interview über die Gremlins her.

Leider hakte Gysi an diesen Stellen, wo es spannend hätte werden können, nicht richtig nach. Ihm ist deshalb derselbe Vorwurf zu machen, den die Feuilletons und politischen Kommentatoren gegen Jauchs Sonntags-Runde erheben: statt die Chance zun nutzen und mit klugen Nachfragen, noch mehr Wissenswertes herauszukitzeln, hetzte Gysi diesmal durch seine Karteikarten.

Kult-Musical „Rocky Horror Show“ mit Sky du Mont zu Gast im Berliner Admiralspalast

Dass seine Rocky Horror Show ein solcher Dauerbrenner auf den internationalen Theater- und Musical-Bühnen werden würde, hätte sich der britische Schauspieler und Komponist Richard `Brien bei der Londoner Premiere 1973 am Royal Court Theatre wohl selbst nicht träumen lassen.

Als satirische Hommage auf die Horrorfilme der 50er Jahre und als Abrechnung mit den verklemmten Moralvorstellungen jener Zeit gedacht, traf die Rocky Horror Show den Nerv der Aufbruchsstimmung der 70er Jahre. Songs wie The Time Warp, Touch-A, Touch-A, Touch-Me, die Floorshow oder Sweet Transvestite hat fast jeder schon mal gehört. Die treue Fan-Gemeinde zelebriert die Vorstellungen mit Konfetti, Wasserpistolen, Toilettenpapier-Rollen und weiteren ritualisiert eingesetzten Gimmicks.

Dies alles darf natürlich auch in der neuen Inszenierung von Sam Buntrock und Matthew Mohr nicht fehlen, die im Auftrag der Rocky Horror Company Limited and BB Promotion GmbH durch Deutschland touren und derzeit im Berliner Admiralspalast Station machen. Das Ensemble erfahrener britischer Musical-Darsteller wie Rob Fowler (Frank´n´Furter) und Stuart Matthew Price (Riff Raff) wird je nach Tournee-Station mit einem zugkräftigen Namen aus dem TV-Geschäft ergänzt, der als Erzähler fungiert und sich – so will es die Tradition – mit boring-Zwischenrufen aus dem Publikum schmähen lassen muss. In Berlin wechseln sich Sky du Mont und Martin Semmelrogge in dieser Rolle ab.

Die Rocky Horror Show ist auch in dieser routiniert und ohne große Experimente vorgetragenen Inszenierung eine sichere Bank für gute Unterhaltung – sowohl für die Gemeinde, die alle Texte auswendig kennt, als auch für Neulinge, die sich ähnlich wie Brad und Janet plötzlich in einer surrealen, schrillen Parallelwelt wiederfinden.

Die Rocky Horror Show gastiert vom 3.-15. Februar 2015 im Berliner Admiralspalast und kehrt von 11. bis 18. August zurück.

Bundesweite Tourdaten sind hier abrufbar.

Bastian Krafts Schernikau-Collage am DT „Die Schönheit von Ost-Berlin“: behutsame Annäherung an eine traurige Biographie

Die GDL stellte ihren Streik zwar rechtzeitig vor den großen Mauerfall-Jubiäums-Feierlichkeiten ein. Am Abend des 9. November ist aber dennoch kaum ein Durchkommen Richtung Brandenburger Tor und Friedrichstraße. Die politischen Eliten zelebrieren ihr großes, zeitgeschichtliches Event, Geschiebe und Gedränge auf allen Bahnsteigen, überfüllte S-Bahnen voller neugieriger Schaulustiger.

Wenige 100 Meter vom Großaufgebot aus Politprominenz und Opernstars setzt das Deutsche Theater Berlin einen markanten Akzent gegen den Mainstream der heutigen Feierstimmung. Die Intendanz legte die B-Premiere von Bastian Krafts Die Schönheit von Ost-Berlin auf dieses symbolträchtige Datum.

Schon der Titel macht stutzig, dies gilt erst recht, wenn man sich näher ansieht, wer im Mittelpunkt dieser Text-Collage steht: Ronald M. Schernikau, der am 1. September 1989 gegen den Strom des Zeitgeistes schwamm. Der Eiserne Vorhang hatte in Ungarn seine ersten Löcher bekommen, eine Flüchtlingswelle strömte in die Prager Botschaft, das Neue Forum und die SDP begannen sich in jenen Tagen zu formieren. Schernikau, der Zeit seines Lebens ein Außenseiter und Avantgardist gewesen war, beantragte ausgerechnet in dieser Phase – auch ermuntert vom Schriftsteller-Kollegen und Mentor Peter Hacks – die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik und zog in deren Hauptstadt, genauer gesagt in den Bezirk Hellersdorf.

Regisseur Bastian Kraft, 1980 im württembergischen Göppingen geboren, als Schernikau gerade aus der kleinstädtischen Enge von Lehrte bei Hannover in die anarchische Aufbruchstimmung der selbstbewussten neuen sozialen Bewegungen der Insel West-Berlin flüchtete, setzt dem Schriftsteller, Aktivisten und Schlagersänger Ronald M. Schernikau mit diesem Abend ein facettenreiches Denkmal.

Behutsam entfaltet er die Stationen von Schernikaus kurzem Leben: die Rolle der Hauptfigur teilt Kraft – ähnlich wie schon den Part der Lady Gaga/Claire Zachanassian in Dürrenmatts Besuch der alten Dame – auf vier Akteure auf: Thorsten Hierse (in Frauenkleidern), Bernd Moss, Elias Arens und Wiebke Mollenhauer. Schernikaus Mutter Ellen, die bis zuletzt eine prägende Bezugs-Person für Schernikau war, verkörpert Margit Bendokat. Die schnoddrige Trotzigkeit einer Frau, die gegen alle Widerstände ihren Weg geht und doch zwischen den Stühlen sitzt, ist Margit Bendokat wie auf den Leib geschneidert. Wie Dramaturg John von Düffel in der Einführung berichtete, war Ellen Schernikau auch persönlich bei der Premiere am 7. November und von der Inszenierung ihrer Familiengeschichte durchaus angetan.

Halbwegs linear, aber mit Rückblenden erzählt Kraft die Biographie von Ronald und Ellen Schernikau: Die Magedburger Krankenschwester ist überzeugte SED-Genossin, während ihr Mann von Beginn an mit dem Sozialismus fremdelt und mit dubiosen Geschäften häufig im Westen unterwegs ist. Durch den Mauerbau 1961 wird die junge Familie getrennt, Ellen Schernikau lässt sich – zunächst widerstrebend – überreden, mit dem kleinen Ronald im Kofferraum eines Diplomaten-Wagens über die Trasnit-Autobahn bei Helmstedt nach Niedersachsen zu flüchten. Mutter und Sohn fassen jedoch in der neuen Umgebung nie Fuß. Bei Behördengängen beharrt die Genossin darauf, dass sie nur aus privaten Gründen in die Bundesrepublik gekommen sei und wird dementsprechend kritisch beäugt, auch ihr Sohn tritt früh in die DKP und nach seinem Umzug nach West-Berlin in die SEW ein. Das erhoffte Familienidyll bleibt in der norddeutschen Tiefebene aus: der Vater lebt längst mit einer anderen Frau zusammen und hat mit ihr zwei Kinder.

Ronald Schernikau beginnt schon als Gymnasiast zu schreiben, engagiert sich als Schülersprecher, ist jedoch doppelter Außenseiter: als Flüchtlingskind und als Schwuler. In einer kurzen Szene steht ein Schulverweis nach einem Flirt mit seinem Mitschüler Leif zur Diskussion. Sobald er das Abitur in der Tasche hat, geht Schernikau nach West-Berlin, wird einer der Aktivisten der Schwulen-Bewegung, die ab 1979 zu den ersten Christopher Street Days auf dem Kudamm mobilisierte und ihre politischen Magazine und Manifeste veröffentlichte. Ihn reizt aber auch der Glamour schwuler Subkultur: sein Traum ist es, Schlagersänger zu werden. 1987 führte er mit der Gruppe Ladies Neid das kolportagehafte, selbst verfasste Drama Schönheit im SchwuZ in der Hasenheide auf. Dieses Schauspiel über die unattraktive Tochter eines Waffenexporteurs, die sich mit dem schmutzigen Geld ihres Vaters eine Schönheits-Operation machen lässt, wird auch als Stück im Stück aufgeführt – als grelle Farce und doppelte Hommage an den alternativen Zeitgeist der Subkultur in Kreuzberg, Neukölln und Schöneberg jener Jahre und offensichtlich auch an die Video-Ästhetik von Frank Castorf. Sie sind klar als Imitation von Castorfs Regie-Stil zu erkennen, den wir seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Volksbühne erleben, mittlerweile aber nur noch als Zitat seiner selbst, wie die Verrisse zu Castorfs Premiere von Kaputt am Rosa-Luxemburg-Platz an diesem Wochenende kritisieren.

Schernikau fremdelt mehr und mehr mit dem westdeutschen Gesellschaftsmodell. Das Publikum bekommt Original-Schernikau-Zitate wie Wer die Buntheit des Westens will, wird die Verzweiflung des Westens bekommen. oder Der Kapitalismus hatte nur eine Chance: so zu tun, als sei er keiner. Er würde den Leuten mit dem Stundenlohn erzählen müssen, sie seien Herren ihrer selbst. Das hat geklappt, herzlichen Glückwunsch. an den Kopf geknallt. 1986 wechselt er von der FU Berlin an das Institut für Literatur Johannes R. Becher in Leipzig, die endgültige Übersiedlung in die DDR im Spätsommer 1989 erscheint dann als letzter Schritt nur konsequent.

Den Abend des Mauerfalls verbrachte Schernikau mit seinem Partner an seinem Lieblingstheater: in den Kammerspielen des Deutschen Theaters stand Dario Fos Offene Zweierbeziehung auf dem Spielplan. Von den Folgen seiner HIV-Infektion gezeichnet starb Schernikau mit nur 31 Jahren am 20. Oktober 1991. Kurz vor seinem Tod konnte er noch die Textcollage Legende vollenden.

Bastian Kraft gelang ein spannendes Porträt der schillernden Persönlichkeit Ronald M. Schernikau, dessen Facettenreichtum seine beiden sehr unterschiedlichen Idole dokumentieren: die intellektuelle, hinter Zigarrenqualm hervorraunende Kassandra Heiner Müller und das Hollywood-Sex-Symbol Marilyn Monroe. Die Aufspaltung der Hauptrolle auf vier Schauspielerinnen/Schauspieler erscheint deshalb als gelungener Kunstgriff des Regisseurs, der hier noch besser passt als im Besuch der alten Dame.

Schönheit von Ost-Berlin ist eine behutsame Annäherung an ein trauriges Leben. Vor allem macht dieser Abend des jungen Regisseurs, der seine Hauptfigur nie persönlich kennenlernte, neugierig, das Buch Der letzte Kommunist: Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau zu lesen, das 2009 im Aufbau Verlag erschien und viel Lob erhielt. Matthias Frings erinnert sich darin an seinen Weggefährten aus ihrer gemeinsamen Zeit in der West-Berliner Schwulenbewegung.

Die Schönheit von Ost-Berlin. Eine Schernikau-Collage von Bastian Kraft. Ca. 1 h 45 Minuten. – Premiere: 7. November 2014

Dokumentarfilm-Marathon „Damals: Das Volk – Filme vom Untergang der DDR“ in den Kammerspielen des Deutschen Theaters

An fast allen Ecken und Enden Berlins wird an diesem Wochenende des Mauerfalls vor 25 Jahren gedacht: das Stadtmarketing ließ sich eine Lichtgrenze aus Luftballons einfallen, der damalige KPdSU-Greneralsekretär Michail Gorbatschow warnte beim Gespräch mit dem damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher im AllianzForum vor einem neuen Kalten Krieg und Wolf Biermann las der Linkspartei erst im Deutschen Bundestag die Leviten, bevor er in Brechts Berliner Ensemble auftrat – mit der Kanzlerin als Vorprogramm.

Einen interessanten Akzent setzte das Deutsche Theater Berlin mit seiner Idee, den Dokumentarfilmer Volker Koepp ein Programm unter dem Titel Damals: Das Volk kuratieren zu lassen. Gemeinsam mit der DEFA-Stiftung kramte er in den Archiven, um dem Publikum in den Kammerspielen die interessantesten Zeitdokumente eines untergehenden Staates zu präsentieren.

Heraus kam ein fast fünf-stündiger Marathon, der einiges an Sitzfleisch erforderte. Es begann chronologisch mit dem ältesten Film: Die Leuchtkraft der Ziege von Jochen Krausser ist ein surreal-schräger, sinnbefreiter Dorfkrimi, den die Zensur wider Erwarten und mit Stirnrunzeln passieren ließ. Er entwickelte sich in den Filmclubs und Kommunalen Kinos während der letzten Jahre der DDR zum Kultfilm.

Darauf folgte Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann? von Helke Misselwitz, der im Sommer/Herbst 1989 in der DDR wenig beachtet wurde und leider auch nicht die Qualität ihres Vorgänger-Films Winter adé erreicht, der zum 20jährigen Mauerfall-Jubiläum als Auftaktfilm der nach ihm benannten Berlinale Retrospektive zu sehen war. Misselwitz und ihr Kameramann Thomas Plenert porträtieren die Chefin einer Kohlehandlung in der Gleimstraße auf dem Prenzlauer Berg, die ihre Arbeiter mit Herz und Berliner Schnauze rumkommandiert und – wie sie selbst sagt – erst redet und dann denkt, so dass auch einige brisante Passagen im Film auftauchen, die aber in den letzten Monaten der DDR auch nicht mehr bei der Zensurbehörde aneckten.

Volker Koepps Märkische Ziegel ist ein knappes Jahr älter, thematisch aber leider so eng verwandt, dass diese Passage des Marathon-Programms etwas zu redundant geriet. Er porträtiert die harte Arbeit und Tristesse in einer Ziegel-Fabrik in der brandenburgischen Kleinstadt Zehdenick.

Der stärkste Film des langen Abends kam von Thomas Heise, dessen Langzeitbeobachtung Material ebenfalls von der Berlinale bekannt ist: Er drehte Imbiss-Spezial in einem kleinen Stehlokal in einem Ost-Berliner U-Bahnhof und schaffte es am besten, die politischen Umwälzungen und ihre Auswirkungen auf den Alltag einzufangen. Die Radio-Nachrichtensprecherin meldet im Hintergrund neue Flüchtlingsströme in der Prager Botschaft, der Personalchef beklagt sich, dass er schon die Hälfte seines Personals verloren hat. Die Hauptfigur ist ein junger Azubi aus regimetreuer Familie, der nur spöttische Kommentare für die SED-Herrschaft übrig hat und – wie er sagt – völlig aus der Art geschlagen ist. Sein Vater hält ihm den Mann seiner neuen Stieftochter vor, der als Offizier für politische Schulung der Grenztruppen zuständig ist.

Der angekündigte Film Kehraus von Gerd Kroske über die Sichtweise und Hoffnungen von drei Straßenkehrern, die den Müll der Einheits-Feiern im Oktober 1990 wegräumen, fiel leider aus. Stattdessen lief nach einer Pause gleich Heinz Brinkmanns Komm in den Garten, der 1990/91 auf den Festivals in Leipzig und München gezeigt und schon damals dafür kritisiert wurde, dass er seinen drei Protagonisten zu sehr auf die Pelle rückt. Dieter, Alfred und Michael sind drei vom Leben und vom Regime Gezeichnete, die sich alkohol- und nikotinsüchtig durch den Sommer 1990 schleppen. Die politischen Umwälzungen bilden nur ein Hintergrundrauschen, die Anti-Helden nur mit sich beschäftigt. Frisch im Kapitalismus angekommen waren sie nicht mal als Werbeträger für die Marke Camel, die penetrant ins Bild gerückt wurde, interessant: der Regisseur berichtete, dass sein nettes Schreiben an den Tabakkonzern, ob sie seinen Film angesichts des knappen DEFA-Budgets sponsern möchten, abgelehnt wurde. Die dargestellten Schicksale seien zu traurig und negativ.

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Eva Meckbachs Liederabend „We are Golden“ im Studio der Schaubühne löst Erwartungen nicht ein

Eva Meckbach hat Marius von Mayenburgs Shakespeare-Pop-Revue Viel Lärm um nichts bewiesen, dass sie eine gute Stimme hat. Deshalb klang die Ankündigung, dass sie gemeinsam mit den beiden Musikern Claus Erbskorn und Thomas Witte zu einem Liederabend ins Studio der Schaubühne einlädt, vielversprechend.

Auch ihr Konzept, 13 Freunde und Bekannte in persönlichen Briefen um einen Song zu bitten, den sie mit einer unerfüllten Sehnsucht verbinden, wirkt interessant.

Die Blues-, Soul- und Popnummern sind zwar musikalisch gelungen, jedoch ohne Dramaturgie lieblos aneinandergeklatscht. Joni Mitchells Woodstock. dessen Zeile We are Golden dem Abend den Titel gab, steht unvermittelt neben Moon River, Rio Reisers Der Traum ist aus, russischen und spanischen Melodien.

Wenn die drei Protagonisten des Abends doch mal eine Überleitung versuchen, endet es in Anzüglichkeiten oder flachen Kalauern.

Liederabend We are Golden – Thirteen notes about yearning. Ca. 90 Minuten im Studio der Schaubühne. Premiere war am 12. Oktober 2014