Intelligente US-Komödie im Problembezirk: (500) Days of Summer

Mit Neukölln assoziiert man in der Regel die schrillen Auftritte des Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky, der vor Parallelgesellschaften warnt und anarchische Zustände an der Rütli-Schule. Eine ganz andere Seite zeigt der Problembezirk im Freiluftkino Hasenheide.

Sobald man den unwirtlichen Hermannplatz und die Kleindealer am Parkeingang hinter sich gelassen hat, wird man durch eine fast schon amphitheaterartige Waldbühne mitten im Großstadttrubel überrascht, die während der Sommermonate fast täglich ein spannendes Programm mit den Höhepunkten des abgelaufenen Kinojahres und älteren Perlen anbietet.

Zu Beginn dieser Woche zeigte das Freiluftkino Hasenheide einen kleinen, aber feinen Indie-Film aus den USA, der Ende Oktober 2009 in den deutschen Kino anlief, sehr gute Kritiken bekam, aber an den Kassen im Schatten von Blockbustern wie Avatar eher ein Schattendasein fristete.

In (500) Days of Summer rekapituliert die Hauptfigur, ein unsicherer junger Mann, die vergangenen 500 Tage mit all ihren Höhen und Tiefen: Er hat sich auf den ersten Blick in die junge PR-Assistentin Summer verliebt, die sich ihrer Wirkung auf Männer voll und ganz bewusst ist, aber kein Interesse an einer Bindung hat.

In kurzen Rückblenden, die ohne Chronologie zwischen den einzelnen Phasen dieser Liaison hin- und herspringt, entfaltet sich das Bild dieser unmöglichen Liebe: Zärtliche Annäherung, schroffe Zurückweisung, neue Signale der Nähe, kurze Momente des Glücks. Die Mauer, die Summer um sich herum errichtet, bleibt aber letztlich stabil, bis sie Hals über Kopf einen anderen Mann kennen lernt und nach kurzer Zeit heiratet.

Die Handlung des Films hört sich zunächst nach der x.ten Wiederholung einer „Junge liebt Mädchen“ – Story an, ist aber doch raffinierter gemacht. Die beste Szene des Films ist die Situation, als Tom nach einem gemeinsamen Tanz und der Einladung zu Summer´s Party neue Hoffnung schöpft: Die Leinwand wird in der Mitte geteilt. Links sieht man seine „Erwartungen“ an diesen Abend, rechts läuft parallel ab, wie der Abend in „Wirklichkeit“ abläuft.

Zur Webseite des Films (500) Days of Summer

Zum Freiluftkino Hasenheide

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Über Konrad Kögler

In unserem Kulturblog schreibt /e-politik.de/ – Autor Konrad Kögler Rezensionen über Film, Theater, Lesungen, Gespräche, Kabarett, Konzerte, Oper und Tanz. Außerdem gibt es auf dem Twitter-Account @daskulturblog Hinweise auf Lesenswertes in Feuilletons und politischen Magazinen.

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