Theater-Debüt: Florian Bartholomäi als Dorian Gray

Der Mörder ist immer der Florian: „Tatort“-Aficionados haben nachgezählt, dass kein Schauspieler so oft am Sonntag Abend mordete wie Florian Bartholomäi. Dabei wirkt der Endzwanziger auf den ersten Blick ganz und gar nicht gefährlich, sondern wie der nette Junge von nebenan aus dem Friedrichshain.

Bei seinem Theater-Debüt bleibt er sich treu: einen Mehrfach-Täter spielt Bartholomäi auch im Kleinen Theater in Friedenau, einer gutbürgerlichen Gegend im alten West-Teil der Stadt, in der es wesentlich beschaulicher zugeht als im hippen Fhain, die aber mit der Ring-Bahn von dort schnell zu erreichen ist. Er spielt die Hauptfigur in John von Düffels Bühnen-Fassung von „Das Bildnis des Dorian Gray“, bei der sich der Dramaturg des Deutschen Theaters nah an Oscar Wildes Roman-Vorlage (1891) hielt.

Recht konventionell bringt Regisseur Boris von Poser die bekannte Geschichte auf die Bühne. Neben Bartholomäi sind noch weitere bekannte Namen in dem weniger als 100 Zuschauer fassenden Kleinen Theater zu Gast: Matthias Freihof bekommt als Lord Henry die berühmten Aphorismen und Bonmots in den Mund gelegt, deren Wiedererkennungswert so hoch ist, dass jedes Mal ein Raunen durchs Publikum geht. Stella Maria Adorf ist als Lady Wotton zu sehen.

Bei seiner ersten Theater-Rolle erreicht Bartholomäi leider nicht die Präsenz, mit der er 2006 in „Reine Geschmackssache“ an der Seite der erfahrenen Kollegen Edgar Selge und Roman Knižka überzeugte. Seine zweite Film-Rolle (nach „Kombat Sechzehn“) war damals ein Kino-Überraschungs-Hit, sein Theater-Debüt „Das Bildnis des Dorian Gray“ ist eine grundsolide Roman-Adaption.

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