„The Grand Budapest Hotel“: unterhaltsame Eröffnung

Wes Anderson leistete sich den Luxus, die auch hier wieder großartige Tilda Swinton schon nach wenigen Szenen mit einem Giftmord von der Leinwand verschwinden zu lassen und seine Lieblingsschauspieler Bill Murray und Owen Wilson, die seine früheren Filme trugen, mit Nebenrollen abzuspeisen. Seine Tragikomödie The Grand Budapest Hotel hat trotzdem noch eine geballte Ladung internationaler Schauspiel-Prominenz zu bieten, die sich bei der prestigeträchtigen Berlinale-Eröffnungs-Gala auf dem Roten Teppich drängelt.

Sein Hauptdarsteller ist diesmal Ralph Fiennes als Concierge Monsieur Gustave, der diskret die Fäden in einem Hotel zusammenhält, das seine besten Zeiten hinter sich hat bildet. Wie bei Wes Anderson üblich purzeln in diesem Mikrokosmos in einem fiktiven Staat am östlichen Rand Europas diverse schrullige Figuren mit der einen oder anderen Macke durch die Handlung, besonders markante Auftritte haben die beiden auf Bösewichte abonnierten Stars Willem Dafoe und Mathieu Amalric.

Das Ganze ist unterhaltsam anzuschauen, hat aber doch nicht den Charme seiner  Royal Tenenbaums, die Publikum und Kritiker auf der Berlinale 2002 beeindruckten. Festival-Direktor Kosslick wird aber erleichtert gewesen sein, dass Wes Andersons neuer Film nicht so floppte, wie das Tiefseetaucher-Drama, das er 2005 im Wettbewerb versenkte.

Fazit zu The Grand Budapest Hotel: ein netter Film, der kaum jemand aufregt, aber auch nicht zu Begeisterung hinreißt. Zum Festivalstart hatte die Prominenz aus Politik (z.B. Außenminister Steinmeier, Innenminister de Maizière und EU-Parlamentspräsident Schulz), Kultur und Wirtschaft einen vergnüglichen Abend, der qualitativ noch ausreichend Luft nach oben für die nächsten zehn Tage lässt.

Der Film hatte heute seine Weltpremiere, konkurriert im Wettbewerb um den Goldenen Bären und soll am 6. März in den deutschen Kinos starten.

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Über Konrad Kögler

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