„Der geteilte Himmel“ von Armin Petras an der Schaubühne versucht sich an einem Epilog und überzeugt nicht

Die 90 Minuten, die gefühlt länger dauern, sind geprägt von Schwere und Traurigkeit. Jule Böwe und Tilman Strauß verkörpern in der Inszenierung Der geteilte Himmel von Armin Petras das ungleiche Paar Rita und Manfred: sie eine junge, emotionale Studentin, die an den Aufbau des Sozialismus glaubt; er ein nüchterner Chemiker, der mehrfach aneckte und früh in den Westen geht.

Auf einem mit rundgeschliffenen Quarzsteinen übersäten Laufsteg wird die Beziehung der beiden in Zeitsprüngen und Rückblenden verhandelt, als dritter Akteur kommt Kay-Bartholomäus Schulze hinzu, der den Arzt spielt, der Rita nach einem Suizidversuch im Krankenhaus behandelt. Petras tuscht mit seinen Schauspielern kurze Szenen auf den Laufsteg, der zwischen den Zuschauerrängen aufgebaut ist. Dafür ließ er sich von Passagen oder oft auch nur kurzen Sätzen aus der Erzählung Der geteilte Himmel inspirieren, mit der Christa Wolf 1963 bekannt wurde und die bereits ein Jahr später von Konrad Wolf verfilmt wurde.

Gemessen an diesen beiden dichteren Werken ist die Inszenierung von Petras enttäuschend: Die Szenen wirken beliebig, Videoeinspieler und Livegeschehen auf dem Laufsteg wechseln sich ab, ergeben aber kein stimmiges Ganzes. Der Epilog, der in der Silvesternacht 1989 spielt, versucht die Erzählung weiterzuschreiben, wirkt aber nicht überzeugend, sondern geht in Petras-typischen Qualm-Wolken unter, so dass sich mehrere Zuschauer in den ersten Reihen die Nase zuhalten.

Der geteilte Himmel nach Christa Wolfs Erzählung. – Regie: Armin Petras. – 90 Minuten. – Premiere an der Schaubühne: 13. Januar 2015

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