Sven Ratzke als Hedwig im Admiralspalast-Keller

Gleich neben den Touristenströmen der Friedrichstraße führt eine steile Treppe in den Keller des Admiralspalastes, der seit Jahren ein sehenswertes Programm anbietet, aber um das finanzielle Überleben kämpft. Zur Neueröffnung des Klubs in den Katakomben inszeniert Guntbert Warns  das schrille Transgender-Mauerfall-Rock-Musical Hedwig in the angry inch, das auf der Berlinale-Leinwand 2001 für Furore sorgte und mit dem Teddy ausgezeichnet wurde. Sven Ratzke ist die Titelrolle dieser Bühnenfassung wie auf den Leib geschneidert, den der deutsch-niederländische Künstler in häufig wechselndem, extravagantem Outfit präsentiert, wie es sich für eine Diva gehört.

Wenn Sven Ratzke alias Hedwig nicht gerade die Spandauerinnen in der ersten Reihe rechts von ihm veralbert oder die Frau in Hot pants links davon anbaggert, erzählt er in kurzen Überleitungen und rockigen Songs die Geschichte des Ost-Berliners Hansel, der sich in einen GI verliebt und sich von Hansel zu Hedwig operieren lässt, um zu heiraten und aus der DDR ausreisen zu können. Die neu gewonnene Freiheit entpuppt sich als tristes Dasein nach der Trennung in einem Wohnwagenpark, statt des großen Durchbruchs über die Bühnen tingeln muss.

Der Abend lebt von der Präsenz des Hauptdarstellers, der sich stimmig in das trashige Gesamtkunstwerk aus Sofas, Klappstühlen, Hirschgeweihen und Absinth-Bar im schummrigen Kellergewölbe des Admiralspalastes einfügt. 

Nächste Termine von 27.-31. August 

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Über Konrad Kögler

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