„Die lächerliche Finsternis“ surft in den DT-Kammerspielen nur albern an der Oberfläche

Das recht einhellige Urteil der meisten Kritiken nach der Premiere von Daniela Löffners Inszenierung des Textes Die lächerliche Finsternis von Wolfram Lotz trifft leider zu: Der Abend surft ziellos an der Oberfläche, erschöpft sich in Slapstick und Typenkabarett. Alexander Khuon hat zwar Spaß daran, in der Rolle des Hauptfeldwebels seinen Untergebenen (Moritz Grove) runterzumachen. Sie lassen wenige Albernheiten aus, schütten sich Wasser auf die Uniform, werfen mit Bananenschalen und Pizzaresten um sich.

Dieses dünne Material trägt aber nicht über die knapp zwei Stunden und ist weit von der Qualität der Novelle Herz der Finsternis von Joseph Conrad und der Vietnamkriegs-Kino-Adaption Apocalypse Now mit Marlon Brando von Francis Ford Coppola entfernt.

Daniela Löffner hat vor einigen Jahren in der Box mit Das Ding bewiesen, dass sie intelligente, unterhaltsame Abende inszenieren kann. Die lächerliche Finsternis reicht daran aber leider nicht heran, sondern ist ähnlich belanglos wie Alltag und Ekstase, ihre letzte Arbeit in den DT-Kammerspielen.

Die lächerliche Finsternis von Wolfram Lotz. – Regie: Daniela Löffner. – 1 h 50 Minuten. – Premiere in den Kammerspielen des Deutschen Theaters: 14. Dezember 2014

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