Lars Eidinger kann Peter Sloterdijk nicht ertragen: „Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch“ an der Schaubühne

Lars Eidingers knapp einstündiger Monolog Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch entwickelte sich seit der Premiere im März 2011 zum Dauerbrenner im Schaubühnen-Repertoire.

Durchsetzt von wilden assoziativen Sprüngen berichtet die von Eidinger verkörperte Figur über einen Ausflug mit den Kindern zu den Goya-Gemälden im Prado, obwohl der Nachwuchs viel lieber zu Eurodisney nach Paris möchte. Im Hasenkostüm hetzt er zwischen Taxi und DJ-Mischpult hin und her, spricht mit dem Publikum darüber, was guten Sex ausmacht, und lobt seine Schrankwand. Der Monolog plätschert etwas ziellos vor sich hin, bis sich Eidinger kurz vor Schluss auf den – zumindest vor einigen Jahren, zu Zeiten der Premiere – medial dauerpräsenten Philosophen Peter Sloterdijk fokussiert. Mit ätzendem Spott kommentiert er den Mitschnitt eines typischen Sloterdijk-Vortrags, der sich zwischendurch auch mal in einer Endlos-Schleife verhakt.

Autor und Regisseur Rodrigo García schuf mit Eidinger einen frechen Abend, der vor allem von der Präsenz und Spontaneität des Schauspielers lebt. Beim überwiegend sehr jungen Publikum kam das unterhaltsame Stück sehr gut an, es fordert jedoch nicht zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung heraus.

Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch von Rodrigo García.- Ca. 1 Stunde. – Premiere an der Schaubühne war am 5. März 2011.

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